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Andreas Hegg sitzt fest im Sattel

Andreas Hegg (FDP) übertraf im ersten Wahlgang ums Gemeindepräsidium das absolute Mehr deutlich. Mit diesem Resultat hätte selbst der 59-Jährige nicht gerechnet. Den drei Herausforderern blieb nur die Gratulation an den Sieger.

Andreas Hegg freut sich nach seiner Wiederwahl. Er war selbst überrascht vom klaren Resultat.
Andreas Hegg freut sich nach seiner Wiederwahl. Er war selbst überrascht vom klaren Resultat.
Beat Mathys

15.15 Uhr im Weissen Kreuz, Lyss. Noch ist der grosse Saal leer. In rund einer Viertelstunde wird Gemeindeschreiber Daniel Strub die Resultate der Wahl ums Lysser Gemeindepräsidium bekannt geben. «Die Ruhe vor dem Sturm», meint Michel Rudin (GLP), der als Zweiter der Kandidierenden kurz die Nase in den Saal steckt. Er sei schon «etwas nervös», gibt er zu. Er stimme normalerweise brieflich ab, aber am Vormittag sei er im Wahllokal gewesen, um seine Stimme abzugeben. Auch bei Rolf Christen (BDP), der sich zuvor hat blicken lassen, steigt die Spannung allmählich.

Zwei Drittel der Stimmen

Punkt 15.30 Uhr beritt Daniel Strub den Saal, der sich nun langsam füllt. Von den drei Kandidierenden fehlt einzig Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP). Dabei wird er gleich zum Hauptdarsteller, als Daniel Strub das Resultat verkündet.

Denn Hegg schafft die Wiederwahl nicht nur im ersten Wahlgang, sondern mit einer Deutlichkeit, die kaum jemand erwartet hat. Mit 2747 Stimmen holt er gut zwei Drittel aller Stimmen und übertrifft das absolute Mehr klar. Er degradiert die drei Gegenkandidaten fast zu Statisten.

Wie auf Nadeln

Er habe in den letzten Tagen wie auf Nadeln gesessen, sagt Hegg. Er absolvierte am Vormittag noch eine gemütliche Tour mit dem Rennvelo über den Frienisberg, um sich etwas zu entspannen. Nach der Bekanntgabe seiner Wahl lässt er sich von Angehörigen und Freunden im Foyer umarmen und stösst mit ihnen auf die Wiederwahl an. Sein Kopf ist rot, er muss ein paar Tränen verdrücken.

Ich habe nicht ­gedacht, dass es im ersten Wahlgang reicht. Jetzt ist es perfekt gelaufen.

Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP)

«Ich hatte grossen Respekt», blickt der 59-Jährige auf die letzten Wochen zurück. Seit seiner Nomination vor fast einem Jahr habe er sich quasi im Wahlkampf befunden, der seit Frühling immer heftiger geworden sei, nachdem die drei anderen Kandidierenden aufgestellt worden seien. Aber das sei Teil des Spiels. Immer wieder habe sich sein Team gefragt: Was müssen wir noch machen im Wahlkampf?

«Das war eine grosse Belastung für mich und meine Familie», sagt Hegg. «Ich war zwar zuversichtlich für meine Wiederwahl», ergänzt er. «Ich habe nicht gedacht, dass es im ersten Wahlgang reicht. Jetzt ist es perfekt gelaufen.» Andreas Hegg betrachtet das gute Resultat als Wertschätzung seiner täglichen Arbeit. Er ist froh, dass er nun wieder Planungssicherheit habe. Es sei ja offen gewesen, ob es einen zweiten Wahlgang gebe.

«Immerhin Zweite»

Margrit Junker Burkhard (SP) wertet das «sehr deutliche Resultat» dahingehend, dass Andreas Hegg die volle Unterstützung von FDP und SVP hatte. «Ich bin immerhin Zweite geworden», versucht sie dem Ergebnis etwas Positives abzugewinnen. Damit ist auch ihre Zeit im Lysser Gemeinderat abgelaufen, obwohl sie eigentlich gewählt worden wäre. Sie muss wegen der Amtszeitbeschränkung abtreten. Langweilig werde es ihr aber nicht, betont Margrit Junker. Zum einen bleibt sie als Grossrätin und als Vizepräsidentin der kantonalen SP in der Politik stark engagiert. Zum anderen freut sie sich auf mehr Zeit mit ihrer Fa­milie.

«Der Bisherige ist immer im Vorteil», sagt Rolf Christen zum «ziemlich deutlichen Ergebnis»: «Ich hätte es gern gemacht.» Seine Gemütslage kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht ­beschreiben. Das hänge von der Wahl in den Gemeinderat ab.

Toller Wahlkampf

«Das Volk hat entschieden, es will keine Veränderung», kommentiert Michel Rudin. Er hatte mit der GLP die kleinste Partei im Rücken und war mit grossem Abstand der jüngste Kandidat. Der letzte Platz kommt für ihn deshalb nicht unerwartet, aber: «Es war ein toller Wahlkampf.» Er habe eher erwartet, dass es zu einem zweiten Wahlgang zwischen Andreas Hegg und Margrit Junker komme.

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