Anwohner sorgen sich um Häuser

Bern

Der Wildpark beim Bierhübeli wird für die nächsten zehn Jahre zur Grossbaustelle für den neuen RBS-Tunnel. Ein Informationsabend am Mittwoch zeigte: Die Anwohner sorgen sich um ihre Ruhe und ihre Häuser.

Baustelle ohne Ende: Rund ums Bierhübeli wird in den nächsten zehn Jahren gebaut. Das macht den Anwohnern Angst.

Baustelle ohne Ende: Rund ums Bierhübeli wird in den nächsten zehn Jahren gebaut. Das macht den Anwohnern Angst.

(Bild: chp)

Thomas Marti beschönigte nichts: «Wir werden den Wildpark ziemlich umpflügen», räumte er umgehend ein, als eine Anwohnerin Bescheid wissen wollte über die geplanten Baumrodungen. Am Informationsabend des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) zum Bahnhofumbau stand der Gesamtprojektleiter am Mittwoch rund vierzig Personen aus dem Quartier Rede und Antwort.

Die Länggasse-Bewohner werden in den kommenden zehn Jahren mit einer Grossbaustelle neben dem Bierhübeli leben müssen. Dort baut der RBS den neuen, rund einen Kilometer langen Anschlusstunnel zwischen dem RBS-Bahnhof und der Tiefenaustrasse.

«Ja, wir fällen bis im September vierzig Bäume», lautete Martis präzise Antwort auf die Rodungsfrage. Und: «Nein, es muss voraussichtlich nur ein einziger Alleebaum auf der Tiefenau­strasse weichen. Wo die Fledermäuse, die im Wildpark nisten, hinkommen, wollte jemand wissen. Sie würden umgesiedelt, erklärte Marti.

Internet-Kabel muss verlegt werden

Das Swisscom-Kabel, das mitten durch den Wildpark führt, sei ein Problem, räumte der Projektleiter ein. Aber monatelang aufs Internet verzichten müsse niemand. Geplant sei, das Kabel um die Baugrube herum zu verlegen, und zwar ohne Internetunterbruch.

«Gibt es nun noch mehr Stau auf der Tiefenaustrasse, wenn die Lastwagen das Tunnelaushubmaterial abtransportieren?», lautete eine weitere Frage. Thomas Marti beruhigte: «Es wird nicht zu den Hauptverkehrszeiten abtransportiert.» Und für die Baustellenausfahrt gebe es eine ­Ampel.

Klar: Nachtarbeiten und vielleicht sogar Detonationen von Sprengungen müssten die Anwohner künftig ab und zu in Kauf nehmen, erklärte Marti. Die Nachtarbeiten würden aber wohl erst im Winter 2019 beginnen und jeweils in einem abonnier­baren Newsletter und im An­zeiger Region Bern angekündet. Von Sprengungen werde niemand aus dem Schlaf gerissen werden. Wenn es sie überhaupt gebe, dann tagsüber.

Und die Häuser in der Umgebung: Können die Bewohner Schadenersatz geltend machen, wenn es wegen des Tunnelbaus plötzlich Risse in den Wänden gibt? Das können sie. «Wir schauen uns die Häuser in Baustellennähe an und er­stellen Rissprotokolle, damit wir klare Grundlagen haben, wenn die Bauarbeiten Schäden ver­ursachen sollten.»

Wildparkstrasse wird unbenutzbar

Die Wildparkstrasse wird in den kommenden Jahren nicht mehr benutzbar sein. Aber definitiv aufgehoben werde sie nicht, beruhigte Thomas Marti eine weitere Fragerin. Den Benutzern der Fussgänger- und Velobrücke über die Tiefenaustrasse wird derzeit ein Ersatzweg gebaut, der in einer Haarnadel von der Brücke zur Engestrasse hinaufführt. Dieser Weg verschwinde nach den Bauarbeiten wieder, erklärte Thomas Marti.

Und dann beschönigte er zum letzten Mal nichts: Bis im Wildpark wieder die ersten Grashalme wachsen, werde es nicht nur die acht Jahre bis zur Inbetrieb­nahme des neuen Tunnels, sondern zehn Jahre bis zur kom­pletten Wiederherstellung der Umgebung dauern, stellte er klar.

Berner Zeitung

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