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Freie Fahrt erst 2020 – oder noch später

Bis sich der tägliche Stau auf der A6 verflüssigt, geht es noch eine Weile. Das Projekt, das zu den Stosszeiten die Fahrt auf dem Pannenstreifen möglich machen soll, wird erst aufgelegt.

Am Abend stauen sich die Autos auf der A6 in Richtung Thun, am Morgen in Richtung Bern.
Am Abend stauen sich die Autos auf der A6 in Richtung Thun, am Morgen in Richtung Bern.
Andreas Blatter
David Wetter vom Astra erklärte im Juni 2013 bei der Postfinance-Arena, welche Arbeiten bis 2015 anstehen.  Auf der Autobahn A6 bei Bern wird der Pannenstreifen nun erst ab 2017 oder 2018 in den Stosszeiten für den Verkehr freigegeben.
David Wetter vom Astra erklärte im Juni 2013 bei der Postfinance-Arena, welche Arbeiten bis 2015 anstehen. Auf der Autobahn A6 bei Bern wird der Pannenstreifen nun erst ab 2017 oder 2018 in den Stosszeiten für den Verkehr freigegeben.
Stefan Anderegg
Unten die eingepackte Autobahn, darüber die Parkplätze, schliesslich die Wohnungen: Claude Schellings Projekt.
Unten die eingepackte Autobahn, darüber die Parkplätze, schliesslich die Wohnungen: Claude Schellings Projekt.
zvg
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Eigentlich hätten die Pannenstreifen zwischen den Autobahnanschlüssen Muri und Wankdorf noch in diesem Jahr zeitweise für die Autos geöffnet werden sollen. Dann wäre der Verkehr auf der A6 in Stadtnähe zu den Stosszeiten flüssiger gerollt. Hätte, wäre – weil Anwohner gegen ein einfaches Bewilligungsverfahren opponiert und einen besseren Lärmschutz gefordert haben, verzögert sich das Ganze bis 2020 oder 2021.

Denn nun wird nächste Woche das Projekt erst aufgelegt. Ruft es keinen Widerstand mehr hervor, ist in zwei Jahren mit der Bewilligung zu rechnen. Anschliessend wird gebaut und das bei vollem Verkehr, was eine entsprechend lange Bauzeit von zwei bis drei Jahren zur Folge hat.

Nicht auf voller Länge

Dafür bringt das neue, auf rund 130 Millionen Franken geschätzte Projekt vor allem beim Lärm viel mehr. So sollen neue Wände das Gebiet Thoracker in der Gemeinde Muri und die Gebäude am Pulverweg in der Stadt Bern künftig ebenfalls von der Autobahn abschirmen.

Weitere kleinere Lücken rund um den Ostring werden ebenfalls geschlossen. Die Wände erhalten moderne und effiziente Schallschluckelemente, über weite Strecken werden sie auch erhöht. Analog zum bestehenden Lärmschutz vor der Überdeckung im Ostring ist zudem geplant, einzelne Elemente schräg über den Fahrbahnen zu montieren. Sie dämmen dann auch einen Teil des Lärms, der nach oben weggeht.

Die Pannenstreifen ihrerseits werden zu den Stosszeiten nicht auf der vollen Länge freigegeben. Das Projekt sieht dafür in Richtung Bern nur den Abschnitt zwischen Muri und dem Ostring vor. In Richtung Thun dagegen sollen sowohl der Abschnitt zwischen dem Wankdorf und dem Ostring als auch jener zwischen dem Ostring und Muri befahrbar sein.

Tunnel bleibt Thema

Warum in Richtung Bern der Teil zwischen dem Ostring und dem Wankdorf ausser Rang und Traktanden fällt? Das federführende Bundesamt für Strassen (Astra) macht für diese Einschränkung die engen Platzverhältnisse verantwortlich. Sprecher Mark Siegenthaler erinnert konkret daran, dass gleich nach dem Anschluss Ostring der Pannenstreifen fehlt. Damit besteht von vornherein gar keine Möglichkeit, eine zusätzliche Spur für den Verkehr zu öffnen.

Das sei aber nicht sonderlich schlimm, fährt Siegenthaler fort. Eine zusätzliche Spur sei nämlich vor allem dort wichtig, wo viel Verkehr auf die Autobahn fahre und die Autobahn verlasse. Die Autos könnten dann über eine längere Strecke auf dem Pannenstreifen flexibel ein- und ausfädeln – doch eben, für den Verkehr vom Ostring zum Wankdorf sei das gar nicht nötig. Dafür werde man die Spur bei der Ausfahrt Wankdorf verlängern und so Platz für den Verkehr schaffen, der sich dort an den Ampeln regelmässig zurückstaue.

Das Astra betont einmal mehr, dass das Projekt den geplanten, 1,8 Milliarden teuren Entlastungstunnel nicht überflüssig macht. Bis es so weit ist, wird es aber 2030 oder später.

SDA/tag

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