Auf dem Weg zur Besserung

Köniz

Die Musikschule Köniz hat einen neuen Leistungsvertrag signiert.

Blick ins Schloss Köniz: Gemeinde und Musikschule nähern sich langsam wieder an.

Blick ins Schloss Köniz: Gemeinde und Musikschule nähern sich langsam wieder an.

(Bild: Adrian Moser)

Stephan Künzi

Für Gemeinderat Hans-Peter Kohler (FDP) ist es «der zweite Meilenstein»: Eben hat Köniz einen neuen Leistungsvertrag mit seiner Musikschule unterzeichnet und so die Zusammenarbeit auf eine neue Basis gestellt. Auslöser war die grosse Krise vor zwei Jahren. Personelle Abgänge, finanzielle Probleme und schliesslich der geschlossene Rücktritt des Vorstandes erschütterten damals die zweitgrösste Musikschule des Kantons Bern in ihren Grundfesten.

Mittlerweile ist ein neuer Vorstand unter der Leitung von Alt-Gemeindepräsident Ueli Studer an der Arbeit. Er hat – der erste Meilenstein – die Musikschule auf eine neue finanzielle Basis gestellt. In diesem Zusammenhang sprach das Parlament im letzten November insgesamt 375'000 Franken. Anders als vom Gemeinderat beantragt gewährte es dieses Geld nicht als Nachkredite. Sondern nur als Darlehen, das bis 2020 zurückbezahlt werden muss.

Von der Musikschule forderte es gleichzeitig einen wirtschaftlicheren Betrieb. Die Verantwortlichen reagierten postwendend: Nur wenige Tage nach der Debatte kündigten sie eine Erhöhung der Unterrichtskosten auf Februar dieses Jahres an. Auf ein Niveau, das statt leicht unter dem Durchschnitt der Musikschulen in der Region leicht darüber liegen sollte.

Nun folgt der neue Leistungsvertrag, mit dem die Gemeinde «ihre Bereitschaft signalisiert, die Zusammenarbeit mit dem Verein Musikschule Köniz auch in Zukunft weiterzuführen», wie sie in einer Mitteilung festhält. Kernstück ist «das moderne Controlling», in dessen Rahmen die Gemeindegelder regelmässig neu ausgehandelt werden.

Die Sparmassnahmen

Kohler streicht es besonders hervor: Künftig sind die Geschäftszahlen auch für jene Beiträge massgebend, die die Gemeinde an die Verwaltungskosten oder an Angebote jenseits des regulären, von Gesetzes wegen ohnehin subventionierten Unterrichts leistet. Steigen die Schülerzahlen, zahlt Köniz mehr, sinken die Schülerzahlen, zahlt Köniz weniger.

Die Musikschule soll auch ihren Teil an die allgemeinen Sparmassnahmen in der Gemeinde beitragen. Kohler erwähnt als Beispiel das Angebot «Schwerpunkt Musik» im Bereich der Begabtenförderung, wo die bisherige Unterstützung in Höhe von 10'000 Franken pro Jahr wegfällt.

Präsident Studer zeigt sich trotz alledem zufrieden mit dem Vertrag. Er spricht von einer «guten Vertrauensbasis», zeigt sich weiter zuversichtlich, dass die Musikschule in Zukunft nach dem Neustart auch finanziell über die Runden kommt. Gleichzeitig macht er aber klar, dass die 375'000 Franken kaum zurückgezahlt werden können. Die Voten aus der Debatte im November stimmten ihn allerdings zuversichtlich, dass das Parlament die Darlehen unter diesen Voraussetzungen doch noch in Nachkredite umwandeln werde.

Berner Zeitung

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