BEA und Olma bleiben vom Messesterben verschont

Publikumsmessen

Die Züspa und das Comptoir Suisse gibt es nicht mehr. Nur die BEA und die Olma halten sich wacker.

<b>Es läuft rund:</b> Die BEA zieht noch viel Publikum an.

Es läuft rund: Die BEA zieht noch viel Publikum an.

(Bild: Beat Mathys)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Es waren einmal die Muba, die BEA, die Olma, das Comptoir Suisse und die Züspa. Während Jahrzehnten zogen diese fünf grossen Publikumsmessen des Landes Hunderttausende Besucher an. Der Besuch einer dieser grossen Messen hatte bei vielen Familien einen festen Platz in der Agenda.

Doch nun ist vieles anders: Von diesen fünf Messen wird es künftig nur noch die BEA und die Olma geben. Die Züspa in Zürich und das Comptoir Suisse in Lausanne werden nicht mehr stattfinden. Das hat die Veranstalterin MCH Group – die frühere Messe Schweiz – diese Woche entschieden.

Die Muba wird im Februar 2019 zum letzten Mal durchgeführt. «Für eine breite Besucherschaft haben diese Messen an Attraktivität verloren, und die Aussteller können aufgrund der rückläufigen Besucherzahlen und der fehlenden Verkäufe ihre Ziele nicht mehr erreichen», sagt Hans-Kristian Hoejsgaard, der interimistische Chef der MCH Group.

Das Unternehmen führt diese drei Messen durch. Es ist durch die Krise bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld in Schieflage geraten. Und dann räumt er ein, dass die MCH Group mit diesen Messen kein Geld mehr verdient hat: «Für die Messe Schweiz sind die allgemeinen Publikumsmessen seit einigen Jahren defizitär», erklärt er.

300'000 Besucher

Bei der Bernexpo Groupe dagegen glaubt man an die Zukunft der Berner Messe BEA. Bei der Durchführung in diesem Jahr besuchten rund 300'000 Personen die Messe. «Wir sind mit der BEA auf Kurs, und die diesjährige Ausgabe war ein voller Erfolg», sagt Bernexpo-Chefin Jennifer Somm.

Die gute Verbindung zur Landwirtschaft, die Verankerung in der Region und der «mutige Mix zwischen Tradition und Moderne» sind ihrer Ansicht nach die Erfolgsfaktoren.

«Für die Messe Schweiz sind die Publikumsmessen seit einigen Jahren defizitär.»Hans-Kristian Hoejsgaard, Interimschef MCH Group

Die MCH Group schrieb mit ihren Publikumsmessen Verluste. Umsatz- oder Gewinnzahlen zur BEA will Jennifer Somm nicht bekannt geben. «Sie können davon ausgehen, dass die BEA einer unserer erfolgreichsten Events im Portfolio ist», sagt sie.

Erlebnisse für die Besucher

Das Internet hat im Messegeschäft zu ungeahnten Veränderungen geführt. In den goldenen Jahren des Messegeschäfts stellten die Hersteller ihre Produktneuheiten an einer ausgewählten Messe vor. Und wollte eine Familie eine Waschmaschine kaufen, verglich sie an der Messe die Angebote miteinander.

Heute investieren die Produzenten ihre Marketingbudgets lieber in eine schöne Präsentation im Internet. Und die Käufer vergleichen die Vor- und Nachteile von Produkten im Internet. 

Bernexpo hat auf diesen Trend reagiert. Live Marketing heisst das Zauberwort. Dabei geht es darum, eine Botschaft oder ein Produkt in Szene zu setzen. Zudem will Bernexpo-Chefin Jennifer Somm an der BEA mehr Erlebnisse bieten.

Ein Beispiel dafür ist der Hindernisparcours Urban Playground, den Bernexpo in diesem Jahr während der BEA in der Curlinghalle einbaute. Das hat Symbolkraft: Auch die BEA hat auf ihrem Weg in die Zukunft noch einige Hindernisse zu überwinden.

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