Beethoven, Klimawandel und Kim Jong-un

Auf dem Spielplan 2019-2020 von Konzert Theater Bern (KTB) stehen zwölf Uraufführungen. Darunter sind ein investigatives Stück zum Weltfussballverband Fifa und ein Franz-Hohler-Märchen zum Klimawandel.

Der Schauspieldirektor Cihan Inan bleibt seinem Konzept der Uraufführungen treu.

Der Schauspieldirektor Cihan Inan bleibt seinem Konzept der Uraufführungen treu.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

«Es ist nun eine Venzago-Saison geworden. Diejenigen, die Venzago schätzen – und dazu zähle ich mich –, werden sich freuen. Und die anderen werden es überleben.» Das sagte Chefdirigent Mario Venzago anlässlich der Jahrespräsentation von Konzert Theater Bern. Und hatte die Lacher damit auf seiner Seite. Er wird nächste Saison elf Konzerte des Berner Symphonieorchesters selber dirigieren. Das BSO feiert die Rückkehr ins Casino Bern mit dem 1. Symphoniekonzert mit Gastsolist Martin Grubinger (7./8.9.).

Auch weitere Altbekannte kommen nach Bern: zum Beispiel Sol Gabetta (26./27.9.). Ein Schwerpunkt wird Beethoven sein, der 2020 seinen 250. Geburtstag feiern könnte. Startend mit der 9. Sinfonie am Neujahrskonzert (1./2.1.), über die «Eroica» (28./29.5.) bis zum Extrakonzert Beethoven@Bern, wo die verbleibenden sieben Sinfonien an einem Wochenende erklingen werden (25./26./27.6.2020).

Auch die Opernsparte setzt auf Konstanz – so stehen drei italienische Opern auf dem Programm, davon zwei Klassiker («Il barbiere di Siviglia» von Rossini (ab 13.10.) und «Madama Butterfly» von Puccini (ab 19.1.2020)). «Intolleranza 1960» von Luigi Nono hingegen ist eine brandaktuelle Geschichte über Emigration, Fanatismus und Solidarität (ab 16.5.2020).

Neun Uraufführungen

Schauspielchef Cihan Inan setzt in seiner dritten Spielzeit weiterhin auf «Erneuerung im Theater». 9 von 15 Produktionen sind Uraufführungen. Die bemerkenswerteste Ankündigung betrifft das Weihnachtsmärchen: Franz Hohler hat im Auftrag des Theaters das Stück «Cengalo der Gletscherfloh» über den Klimawandel geschrieben, Meret Matter wird inszenieren (ab 15.11.). Ende Jahr gibt es Fussball: 11 Schauspielerinnen und Schauspieler setzen ein Stück von Christoph Frick über die Fifa-Enthüllungen um (ab 19.12.).

Die dritte überraschende Ansage der Sparte ist «Mein Sommer mit Kim», eine Komödie von Lukas Linder über den nordkoreanischen Herrscher Kim Jong-un, der einen Teil seiner Jugend in Bern verbrachte. Milva Stark soll die Hauptrolle spielen (ab 15.5.2020). Auch Inan wird Regie führen: In «Der grosse Diktator» von Charlie Chaplin (ab 19.10.).

Estefania Miranda, Spartenleiterin Tanz, führt ihr Konzept fort mit den Formaten wie Tanzplattform und Berner Tanzpreise. Als Erstes wagt sie sich «an den heiligen Gral des Tanzes», «Schwanensee», interpretiert unter dem Titel «Swan» (ab 2.11.). Thema sind auch Künstler anderer Disziplinen: In der Uraufführung «Paradis fantastique» wird die Kunst von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely vertanzt (ab 30.4.2020).

mfe/bol

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