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Begegnungszone statt Poller im Mattequartier

Im Streit um den Poller im Mattequartier zeichnet sich ein Kompromiss zwischen Gegnern und Befürwortern ab: die Schaffung einer Begegnungszone. Der Leist startet in den nächsten Tagen eine Umfrage bei der Bevölkerung.

Freie Fahrt, aber nur langsam: Statt des hier geplanten und heftig umstrittenen Pollers soll nun auf der Aarstrasse eine Begegnungszone realisiert werden.
Freie Fahrt, aber nur langsam: Statt des hier geplanten und heftig umstrittenen Pollers soll nun auf der Aarstrasse eine Begegnungszone realisiert werden.
Urs Baumann

Stadtrat Jimy Hofer spricht von einem «historischen Moment»: Zum ersten Mal seien sich Pollergegner und -befürworter einig, wenn es um eine Lösung des Individualverkehrs im Mattequartier gehe.

«Eine Begegnungszone zwischen Aarstrasse und Läuferplatz mit Tempolimite 20 würde eine Verkehrsberuhigung bringen, die einen Poller überflüssig machen würde.» Jimy Hofer hat seine Idee mit den Vertretern des Matteleists diskutiert – und ist nicht auf Widerstand gestossen. Leist-Vorstandsmitglied Berni Bürkli bestätigt dies: «Wir sind fünf Leute im Vorstand, und alle haben Hofers Idee befürwortet.» Selbst Aram Melikjan, bisher ein expliziter Pollerbefürworter, findet: «Wenn in der Matte Tempo 20 gilt, braucht es meiner Meinung nach auch keinen Poller mehr.»

Der Matteleist will in den nächsten Tagen bei der Matte-Bevölkerung eine Umfrage mittels Fragebogen starten. Laut Aram Melikjan können sie aus vier Varianten ihre bevorzugte kommentieren: 1. Status quo, 2. ein Poller, 3. eine Begegnungszone ohne Poller oder eine mit Poller.

«Gleiches Recht für alle»

Er habe bisher nur positive Signale erhalten, sagt Stadtrat Hofer, sowohl bei der Mattebevölkerung wie auch im Stadtrat. «Ich habe bisher niemanden gefunden, der gegen eine Begegnungszone in der Matte ist.» Er wolle nun in den nächsten Wochen eine Mehrheit im Parlament finden, die sich für eine Begegnungszone einsetzen würde. Hofer selbst hat bereits eine entsprechende Motion eingereicht, die – wie er hofft – noch im Oktober behandelt werden soll. «Gleiches Recht für alle», fordert er in seinem Vorstoss. «In der oberen Altstadt hat sich die Begegnungszone als tauglich und befriedigend erwiesen», schreibt Stadtrat Hofer. Deshalb könne man in der Matte nicht begreifen, dass sie nicht auch in den Genuss einer solchen Lösung kommen sollte.

62 Einsprachen hängig

Berni Bürkli vom Matteleist ist zuversichtlich, dass der Gemeinderat den Mättelern die Begegnungszone nicht verwehren wird.

Sollte es so weit kommen, wären die 62 Einsprachen gegen den Poller hinfällig. Sie sind derzeit noch bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern hängig. Gesammelt wurden sie bereits vor zwei Jahren von der Interessengemeinschaft um Stadtrat Jimy Hofer. Im Dezember 2008 wurden sie von Regierungsstatthalterin Regula Mader als «öffentlich-rechtlich unbegründet» abgewiesen. Die IG zog die Einsprachen dann an die nächste Instanz weiter.

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