Behörden drücken bei Bieler Westast aufs Gaspedal

Biel

Die unzufriedene Behördendelegation hat den Auftrag der Dialoggruppe eingeengt, um den gesetzten Endtermin Juni 2020 einzuhalten.

Visualisierung Westast Biel. Foto: zvg

Visualisierung Westast Biel. Foto: zvg

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Stadtautobahn Biel Seit Ende April diskutieren in Biel Befürworter und Gegner der geplanten Westast-Autobahnumfahrung mit den Behörden in einer Dialoggruppe über Auswege aus der verfahrenen Lage. In Biel und Umgebung hat sich eine breite Bewegung gegen die umstrittene Stadtautobahn formiert. Nun wird die Behördendelegation mit Vertretern von Bund, Kanton sowie den Städten Biel und Nidau ungeduldig. In einer Medienmitteilung zeigt sie sich «besorgt über die Fortschritte des Dialogprozesses». Zwar sei die Dialoggruppe intensiv an der Arbeit, es seien aber «noch keine tragfähigen Lösungen in Sicht».

Die unzufriedene Behördendelegation hat nun laut ihrem Communiqué Massnahmen beschlossen und den Auftrag der Dialoggruppe eingeengt, um den gesetzten Endtermin Juni 2020 einzuhalten. Die Gruppe soll sich fortan auf die Lösung der Verkehrsprobleme auf der Achse Brüggmoos-Rusel, also auf das offizielle Ausführungsprojekt, konzentrieren.

Andere Varianten der Verkehrsführung, die die Dialoggruppe wieder diskutiert hatte, sollen nicht mehr weiterverfolgt werden. Auch die Auswirkungen des Autobahnbaus auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft sollen nur noch skizziert werden. Die Behörden wollen wissen, wie die Chancen stehen, bis Juni 2020 «eine gemeinsam getragene Lösung» zu finden.

Westast-Gegner bedauern

Das gegnerische Komitee «Westast so nicht!» hat am Montag in einem Brief an den kantonalen Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus (SVP) und die Behördendelegation den Zeitplan als «sportlich» bezeichnet. Man stehe voll und ganz hinter dem Dialogprozess. Sprecherin Catherine Duttweiler bedauert auf Anfrage dieser Zeitung, dass der Fokus mitten im Prozess neu definiert wird: Das reduziere die Akzeptanz, ein Teil der schon geleisteten Arbeit werde Makulatur. Zum forscheren Zeitplan erklärt sie: «Man kann eine jahrzehntelange Fehlplanung nicht in wenigen Monaten korrigieren.»

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