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Belp verteidigt seinen Titel

Der Berner Handels- und Industrieverein hat Medaillen für Gemeinden in der Region Bern vergeben: Er kürte Belp zum zweiten Mal hintereinander zum wirtschaftsfreundlichsten Standort.

Die Gemeinde Belp steht wie vor vier jahren an der Spitze des HIV-Ratings.
Die Gemeinde Belp steht wie vor vier jahren an der Spitze des HIV-Ratings.
Manu Friedrich

«vorOrt, vorBild, vorBern» – so preist Belp seine Gemeinde an. Es sei alles vor Ort verfügbar, was die Einwohner bräuchten. Das sei nicht selbstverständlich für eine doch relativ kleine Gemeinde mit 11600 Einwohnern, erklärt Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP). Belp wolle ausserdem als Vorbild für das untere Gürbetal vorangehen und die Wirtschaft stärken. Und schliesslich befinde sich der Ort geografisch vor den Toren Berns.

Auch die Nachbarn stark

Vor Bern kann sich Belp aktuell aber noch in einem anderen Bereich positionieren. Mit 174 von 200 möglichen Punkten setzte es sich 15 Plätze vor der Stadt Bern an die Spitze von total 25 Gemeinden in der Region Bern, die beim Rating des Handels- und Industrievereins (HIV) mitgemacht hatten.

Der Verein beurteilt die Gemeinden hinsichtlich ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit und der Standortattraktivität. Er will den Gemeinden ihre Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen aufzeigen. Das Rating findet alle vier Jahre statt, am Freitag wurden zum sechsten Mal Medaillen an die Gemeinden verteilt.

«Ihr könnt gerne wieder ein Rating durchführen, wir haben nämlich kürzlich unsere Abwassergebühren gesenkt.»

Benjamin Marti Gemeindepräsident von Belp

Belp schaffte es dieses Jahr erneut auf Platz eins, nachdem es sich bereits 2015 hatte durchsetzen können. Ausschlaggebend für den Sieg waren die vielen Punkte, die die Gemeinde in allen fünf bewerteten Kategorien – Steuern und Gebühren, Verkehrsanbindung, Bauen, weiche Standortfaktoren sowie Umgebung und Lebensqualität – einheimsen konnte. Verfügbarkeit von Bauland, Anzahl Beschäftigte, Naherholungsgebiete, Ausbildungsmöglichkeiten: die Gemeinde überzeugte überall.

Über die Punktvergabe freuen können sich im aktuellen Ranking auch zwei Nachbargemeinden von Belp: Münsingen macht fünf Ränge gut und landet auf Platz zwei, Kehrsatz erhält die Bronzemedaille. Neuen­egg ist neu beim Rating der Agglo Bern dabei und steigt gleich auf dem vierten Platz ein.

Am anderen Ende der Skala befindet sich Rubigen. Die Gemeinde erhielt vor allem in der Kategorie «Umgebung und Lebensqualität» mit Abstand die wenigsten Punkte. Sie fällt vom 13. auf den 25. Rang zurück. Auch andere Ortschaften sind in der Rangliste im Vergleich zu 2015 ordentlich abgesackt.

So zum Beispiel Bolligen oder Wohlen, die sechs respektive zehn Plätze verlieren. Abzug kann es vom HIV beispielsweise für die Erhöhung von Abfallgebühren oder Steuern geben. Die Gemeinde Schwarzenburg, die vor vier Jahren das letzte Mal beim Rating mitgemacht und den letzten Rang belegt hatte, war dieses Mal nicht mehr dabei.

Gerne wieder

Apropos Schlusslichter. Der HIV sieht beim ganzen Kanton Verbesserungspotenzial bei der Förderung der Wirtschaft. «Eigentlich hätte der Kanton eine gute geografische Voraussetzung, und es ist eine hohe Arbeitsmotivation vorhanden», sagte der Präsident des HIV Kanton Bern, Kurt Rohrbach.

Trotzdem gehöre er im Vergleich nicht zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten. Damit die Wirtschaft wachsen könne, brauche es eine gute Infrastruktur, geringe Abgaben und gute Verkehrsanbindungen. Vor allem bei den Unternehmenssteuern befinde sich der Kanton bald am Ende der Rangliste im schweizweiten Vergleich, mahnte Rohrbach.

Auch Belp konnte bei der Kategorie «Steuern und Gebühren» nicht viele Punkte abholen – so, wie keine der 25 Ortschaften. Trotzdem schwingt es obenaus. Verhilft der Belper Boom dem Gemeindepräsidenten gar zu lokaler Berühmtheit? «Heute Morgen wollte eine Einwohnerin ein Selfie mit mir machen, nachdem sie mir gesagt hatte, wie schön es doch sei, in Belp zu wohnen», sagte Marti lachend, als er seine Siegerurkunde entgegennehmen durfte.

Er sei überrascht gewesen, den ersten Platz verteidigen zu können. Andere Gemeinden seien ebenso engagiert bei der Arbeit. An die Anwesenden des HIV gewandt, fügte er an: «Ihr könnt aber gerne wieder ein Rating durchführen, wir haben nämlich kürzlich unsere Abwassergebühren gesenkt.»

HIV-Ranking: 1. Belp, 2. Münsingen, 3. Kehrsatz, 4. Neuenegg, 5. Muri, 6. Köniz, 7. Zollikofen, 8. Ittigen, 9. Jegenstorf, 10. Worb, 11. Wichtrach, 12. Ostermundigen, 12. Bolligen, 14. Fraubrunnen, 15. Bern, 15. Münchenbuchsee, 17. Stettlen, 18. Moosseedorf, 19. Wohlen, 20. Bremgarten, 21. Kirchlindach, 22. Laupen, 23. Riggisberg, 24. Mühleberg, 25. Rubigen.

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