Bern bangt schon wieder um die Bundesmillion

Bern

Der Bundesrat will zwar mehr für die Kultur ausgeben – doch keinen Extrabatzen für Bern.

Aktuell wird im Stadttheater Bern das Stück «Der Elefant von Murten» aufgeführt.

Aktuell wird im Stadttheater Bern das Stück «Der Elefant von Murten» aufgeführt.

(Bild: Raphael Moser)

Michael Feller@mikefelloni

Alle paar Jahre spielt die Stadt Bern die gleiche Zitterpartie um ihre Bundesmillion. Seit den 70er-Jahren unterstützt der Bund seine Bundesstadt mit einem Extrazuschuss für kulturelle Leistungen. Nun gerät dieser erneut unter Beschuss. Und dies in guten Zeiten: Der Bundesrat kündigte in seiner Kulturbotschaft vom Mittwoch insgesamt höhere Ausgaben für die Kultur an. Doch die Bundesmillion ist für die Jahre 2021 bis 2024 nicht mehr vorgesehen.

Bereits 2016 wollte Kulturminister Alain Berset den Beitrag abschaffen, allerdings erfolglos: Dank starkem Lobbying schaffte es die Stadt, das Unheil abzuwenden. Doch es schien auch klar, dass damit die Million nicht für alle Tage gerettet war.

Obwohl Stadtpräsident Alec von Graffenried vom erneut drohenden Verlust ausgehen musste, zeigte er sich am Donnerstag erstaunt. «Damit habe ich nicht gerechnet, weshalb ich auch überhaupt kein Verständnis dafür habe», sagte er gegenüber der Zeitung «Der Bund».

Nun geht der bundesrätliche Kulturplan bis zum 20. September in die Vernehmlassung – und die Lobbyisten der Stadt sind wieder gefragt. Danach befinden der National- und der Ständerat über die Zukunft der Kulturpolitik des Bundes.

Bersets neue Massnahmen

Von der Million fliessen derzeit rund 400'000 Franken an Konzert Theater Bern, das Historische Museum erhält 95'000 Franken, die Dampfzentrale 80'000 und die Kunsthalle 60'000 Franken. Der Rest fliesst in den städtischen Förderkredit «Hauptstadtkultur». Gut die Hälfte des 600'000-Franken-Fördertopfs wird mit der Bundesmillion gefüllt, die Stadt steuert den Rest bei.

Von 2021 bis 2024 will die Eidgenossenschaft 943 Millionen Franken für die Kultur ausgeben. Das entspricht einem Wachstum von 2,9 Prozent pro Jahr. Laut Bundesrat Alain Berset sind 35,4 Millionen Franken für «neue Massnahmen» vorgesehen, unter anderem für den schulischen Austausch zwischen den Sprachregionen. Auch für die musikalische Begabtenförderung soll mehr Geld fliessen.

Berner Zeitung

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