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Fehlalarme halten die Feuerwehr auf Trab

Viermal innerhalb zweier Monate alarmierte eine Brandmeldeanlage der Gewerbeschule Bern die Feuerwehr – vergeblich. Solche Fehlalarme kommen häufig vor.

Täglich sechsmal rückt die Berufsfeuerwehr Bern im Schnitt pro Jahr aus. Wer nun glaubt, am Ende der Fahrt erwartet die Feuerwehrleute immer ein Ernstfall, der irrt. Gerade bei ­vermeintlichen Brandfällen handelt es sich oft um einen Fehlalarm. So war es auch im Juni und im Juli bei der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (Gibb).

Gleich viermal fuhr die Feuerwehr mit Blaulicht zu deren Campus in der Lorraine. Eine Anwohnerin beobachtete die Einsätze und wunderte sich ob der Häufigkeit. Auf Anfrage teilt die Berufsfeuerwehr mit, dass jeweils eine automatische Brandmeldeanlage den Alarm ausgelöst habe. Vor Ort zeigte sich in allen vier Fällen, dass ein Fehlalarm vorlag.

Der erste Alarm kostet nichts

Die Alarmserie wurde nicht mutwillig – also etwa durch einen Schülerstreich – ausgelöst. Grund waren «Störungen technischer Art», wie Berufsfeuerwehr und Gibb unabhängig voneinander bekannt geben. Solche Einsätze können für die betroffenen Betriebe ins Geld gehen.

Das städtische Gebührenreglement sieht bei der Kostenverrechnung ein Stufenmodell vor. Der erste Fehlalarm nach Aufschaltung einer Brandmeldeanlage ist noch gratis. Danach kostet die erste vergebliche Intervention pro ­Kalenderjahr 550 Franken, die zweite 950 und ab der dritten sind es 1250 Franken. 2750 Franken musste die Gibb also für die vier Fehlalarme hinblättern.

Ein schwacher Trost dürfte sein, dass die Gibb damit keineswegs eine Ausnahme ist. «Weniger als zehn Prozent der Alarmmeldungen machen eine Intervention nötig», sagt Franz Märki, ­Leiter Kommunikation bei der Berufsfeuerwehr Bern.

«Diese kurze ­Heissluftströmung hat offenbar aus­gereicht, um die Brandmeldeanlage in Gang zu setzen.»

Daniel Hurter, stv. DirektorGewerblich-Industrielle Berufsschule Bern

So gab es letztes Jahr bei 630 automatischen Alarmen nur 41-mal ­tatsächlich einen Brand zu löschen. Der grosse Rest waren Fehlalarme. Auch in den beiden Vorjahren sahen die Zahlen ähnlich aus. Das verursacht Kosten in der Höhe von rund einer halben Million Franken pro Jahr. «Automatische Brandmeldeanlagen werden immer sensibler», begründet Franz Märki die hohe Fehlalarmquote.

Heisse Luft reichte aus

Wie sensibel die Geräte sein ­können, zeigt der Fall der Gibb. Laut deren stellvertretendem Direktor Daniel Hurter wurden im Frühling neue Brandmelder installiert. Dies, weil die alten nicht in allen Schulzimmern hörbar ­gewesen waren. Jener im ­Informatikzimmer war es, der viermal vergeblich die Feuerwehr auf den Plan rief. Ein Grund war die Hitze in dieser Zeit.

Das haben Abklärungen beim Hersteller ergeben. Hurter erklärt: «Die Temperatur im Informatikraum muss jeweils hoch gewesen sein.» Das habe automatisch den Ventilator in Betrieb gesetzt. Bei starker Hitze würde ganz zu Beginn heisse Luft aus dem Ventilator strömen, ehe die kühle folge. «Diese kurze Heissluftströmung hat offenbar ausgereicht, um die Brandmeldeanlage in Gang zu setzen», so Hurter.

Die Gibb-Verantwortlichen haben nun reagiert. Techniker der Herstellerfirma haben eine Schutzvorrichtung installiert, sodass die anfängliche Heissluft nicht in den Raum dringen kann. Das hat offenbar gewirkt. Im ebenso heissen August ging kein Alarm raus.

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