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Berner Fluggesellschaft rüstet nach Pannenserie auf

Nach einer ungewöhnlichen Serie von technischen Problemen mit ihrem wichtigsten Flugzeug geht die kleine Berner Fluggesellschaft Skywork in die Offensive und will neu auch als «Reisebüro» auftreten.

Die Dash 8-Q400 der Sky Works Airline.
Die Dash 8-Q400 der Sky Works Airline.
Nadia Schweizer

Wertvolle Fracht hatte die Dash-8Q400 an Bord, die am Dienstag kurz nach 09.30 Uhr vom Flughafen Bern-Belp abhob: Die Fussballer des BSC Young Boys mit einem Transferwert von insgesamt mehr als 20 Millionen Franken sassen in der Maschine Richtung Istanbul.

Die Skywork-Verantwortlichen waren sichtlich stolz auf ihre prominenten Kunden. Denn ihre Airline litt zuletzt unter negativen Schlagzeilen: Ihre wichtigste Maschine, die Turboprop Dash 8-Q400 mit 72 Plätzen, hatte im Juni und Juli mit technischen Problemen zu kämpfen.

Maschine konnte nicht abheben

Mehrmals konnte die Maschine wegen Fehlermeldungen nicht abheben. Für die Kunden mussten in aller Eile anderweitige Flüge organisiert werden.

Erst im wiederholten Anlauf wurde der Fehler an der Dash behoben, indem zwei Teile am Seitenruder ersetzt wurden. Seit dem 12. Juli läuft der Betrieb wieder einwandfrei, wie die Verantwortlichen jetzt vor der Presse betonten.

Die Pechserie kostete Skywork gegen eine halbe Million Franken. 1073 Fluggäste waren betroffen, zumeist Kunden von Aaretal Reisen und von Kuoni. Dank Ersatzflügen seien schliesslich alle Reisenden am Ziel angekommen, betonte Skywork - 349 Kunden allerdings mit einer Verspätung von mehr als drei Stunden.

Blumen und Sekt

Der für den Flugbetrieb verantwortliche Tomislav Lang betonte, man habe sich «in vollem Umfang und darüber hinaus» um die Kunden gekümmert. Die am stärksten betroffenen Fluggäste erhielten Freiflug- Gutscheine, darüber hinaus gab es «Entschuldigungsbriefe, Taxigutscheine, Blumen und Sekt».

Die Umtriebe für die Gäste seien aber natürlich höchst ärgerlich, räumten die Skywork-Betreiber ein. Für die Airline erwies sich als verhängnisvoll, dass sie für ihre Charterflüge von einer einzigen Maschine abhängig ist.

Deshalb habe man nicht nur beim Hersteller Bombardier reklamiert und um einen besseren Support gebeten, sagte Firmengründer Alex Gribi. Vielmehr wolle man die kürzlich beschlossene Erhöhung des Aktienkapitals auf acht Millionen Franken unter anderem nutzen, um möglichst rasch eine zweite Dash 8-Q400 zu erwerben.

Gribi, der einst nur Business-Flüge anbot und erst später ins Charter- und Linienflug-Geschäft einstieg, ist zwar überzeugt, «dass man heutzutage mit Fliegen nicht mehr reich werden kann». Um sich eine sichere Stellung als «Nischenplayer» in Bern zu erarbeiten, will Skywork aber seine Dienstleistungen ausbauen.

Von der Airline zum Rundum-Anbieter

«Wir wollen künftig selber Tour Operator und Reisebüro spielen», betonte Gribis Sohn Nicholas, der amtierende CEO. Man wolle tendenziell wegkommen von Charterflügen und vermehrt Linienflüge ab Bern anbieten; so sei ja die jüngst eröffnete Verbindung nach Barcelona bereits recht erfolgreich.

Schon heute könne man bei Skywork direkt auch Hotels, Mietwagen und dergleichen am Zielort buchen, betonte Alex Gribi. «Die jungen Leute machen das gerne selber im Internet, da braucht es oftmals kein Reisebüro mehr.» Diese Dienstleistungen wolle man noch ausbauen.

«Ideal wären drei oder vier Flugzeuge», blickte der Firmengründer in die Zukunft. Fürs erste will er Skywork mit einem neuen Logo und einem neuen Auftritt bekannter machen. Denn Vater und Sohn Gribi sind überzeugt, dass Flüge ab der Hauptstadt ein attraktives Angebot nicht nur für Touristen und Fussballer sind.

(SDA)

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