Berner Politiker zu Gast in Berlin

Bern/Berlin

Stadtpräsident Alec von Graffenried und Regierungspräsident Christoph Neuhaus haben Bern in der Schweizerischen Botschaft in Berlin rund siebenhundert geladenen Gästen präsentiert.

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Frech strecken die Bären in den beiden Stadtwappen zur Begrüssung die Zunge heraus, doch offensichtlich kommen sie blendend miteinander aus. Bei herrlichem Sommerwetter haben sich Stadt und Kanton Bern bei einer festlichen Soirée in der Schweizerischen Botschaft in Berlin etwa siebenhundert geladenen Gästen präsentiert. Zur Abrundung des Unterhaltungsprogramms mit Schwingen, Scherenschnitten, Schlagern, Alphornblasen und E-Bike-Fahren gab es kulinarische Spezialitäten wie Raclette, Rösti, Gegrilltes und Schweizer Weine.

«Arm, aber sexy»

«Berlin und Bern haben vieles gemeinsam, nicht nur das Wappentier», sagte Christoph Neuhaus, SVP-Regierungspräsident des Kantons Bern, zur Begrüssung. «Beide sind ausserdem Hauptstädte, die ‹arm, aber sexy› sind.» In seinem launigen Vergleich ­zitierte er die Worte des ehe­maligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit. Ebenso locker trat Alec von Graffenried (GFL), der Stadtpräsident von Bern, auf. «Die Stadt hat noch weit mehr zu bieten als Toblerone und die Berner Young Boys», sagte er – und dachte etwa an die Kunsthalle, die ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert.

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, erhielt von von Graffenried ein Fussballshirt mit seinem Namenszug. Er konnte es sich nicht verkneifen, kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft an den Sieg der deutschen Nationalelf 1954 – das «Wunder von Bern» – zu erinnern. Für die kommende WM wünschte er dem Schweizer Team mit einem Augenzwinkern «alles Gute bis zum Achtelfinale».

Nach dem Deutschlandlied schmetterte Schlagerstar Fran­cine Jordi die Schweizer Landeshymne, dann stürmten die Gäste das Buffet.

Nur wenige Meter entfernt von Angela Merkels Schreibtisch im Bundeskanzleramt residiert die Schweizerische Botschaft in ei­nem schmucken Stadtpalais. Dort arbeitete bis vor kurzem auch die bisherige Botschafterin Christine Schraner Burgener. Die Spitzendiplomatin, die seit Mitte Mai als UN-Sondergesandte für Burma tätig ist, nutzte den Abend, um sich aus Berlin zu verabschieden. Sie habe «spannende und intensive Jahre» in der Hauptstadt verbracht, sagte sie. Ende Juli zieht sie mit ihrer Familie nach Bern, um von dort zwischen New York und Burma zu pendeln.

Alphornorchester aus Berlin

Als Botschafterin in Berlin ini­tiierte Schraner Burgener die sogenannten Chäsbrägu-Abende, an denen nach Lesungen mit Schweizer Schriftstellern Brot mit geschmolzenem Käse serviert wird. Als Hobbygeigerin hat sie ausserdem immer ein offenes Ohr für Musik, die auch während der Bern-Soirée nicht zu kurz kam. Francine Jordi gab einige ihrer bekannten Hits zum Besten und bekam dafür stürmischen Applaus.

Zwischendurch spielten Musiker des Berliner Alphornorchesters. Ma-Lou Bangerter aus dem Berner Oberland, die seit 1983 in Berlin lebt, trat mit zwei Kol­legen aus Deutschland auf. «Das Orchester habe ich aus Heimweh gegründet», gestand sie. «Auch in einer so grossen Stadt sind die Menschen von diesem Instrument fasziniert.»

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