Zum Hauptinhalt springen

Berner Sozialdienst-Mitarbeiter unter Druck

Der Ombudsmann der Stadt Bern spürt deutlich, dass der Sozialdienst der Stadt Bern wegen der Schlagzeilen der letzten drei Jahre unter Druck steht.

Unter Druck: Die Schlagzeilen haben den Sozialdienst-Mitarbeitern zugesetzt.
Unter Druck: Die Schlagzeilen haben den Sozialdienst-Mitarbeitern zugesetzt.
Adrian Moser

Aus Angst vor neuer Kritik werde tendenziell die Schraube angezogen, schreibt er in seinem Tätigkeitsbericht 2009.

Der stärkere Druck trage bei, dass im täglichen Vollzug «zusätzliche Fehlerquellen entstehen», heisst es im Bericht ans Stadtparlament weiter. So berichtet Ombudsmann Mario Flückiger etwa von einer «kommunikativen Entgleisung» eines Sozialarbeiters und davon, dass eine Sozialarbeiterin einem Ehepaar gegen dessen Willen Möbel in die Wohnung stellte.

«Nicht selten» stellte der Ombudsmann auch unvollständige Akten fest - offenbar, weil Korrespondenzen teilweise ausschliesslich in elektronischer Form aufbewahrt werden. Das gehe aber nicht, so Flückiger. «Eine vielgehörte Klage» sei auch, dass die gleichen Unterlagen mehrmals eingereicht werden müssten.

Der Stadtberner Ombudsmann und Datenschutzbeauftragte berichtet auch von einem neuen Rekord an eröffneten Dossiers und Hilfesuchenden. Die Dossiers, die den Stadtberner Sozialdienst betreffen, hätten aber nicht signifikant zugenommen.

In Bezug auf die Klagen gegen den Stadtberner Sozialdienst spricht Flückiger von Einzelfällen, die nicht verallgemeinert werden dürften. Und kommunikative Entgleistungen leisteten sich auch Sozialhilfebezüger.

«Sagten nicht, alles sei perfekt»

In Abwesenheit der Berner Sozialdirektorin Edith Olibet sagte Generalsekretär Sven Baumann auf Anfrage, Flückiger habe die Einzelfälle grundsätzlich korrekt wiedergegeben. Es liege aber in der Natur der Sache, dass der Ombudsmann die Dinge aus einer anderen Optik darlege und anschaue als der Sozialdienst.

Aus den Einzelfällen dürfe kein Rückschluss auf die Arbeit des Sozialdiensts insgesamt gemacht werden.

Der Befund Flückigers sei auch kein Widerspruch zu den Medienkonferenzen der letzten Monate, an denen Berns Sozialdirektion von mehr Professionalität im Sozialdienst gesprochen habe. «Wir sagten, dass wir an der Umsetzung der 132 Massnahmen arbeiten und Fortschritte erzielt haben, aber nicht, dass alles perfekt ist».

Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport betrachte den Bericht des Ombudsmanns als «konstruktiven Input zur Verbesserung unserer Arbeit», so der Generalsekretär weiter.

Seit 2007 in Schlagzeilen

Der Stadtberner Sozialdienst ist in den Schlagzeilen, seitdem im Jahr 2007 bekannt wurde, dass ein Sozialhilfebezüger mit Drogen handelte. In der Folge wurde der Vorwurf erhoben, die Kontrollen seien zu lasch. Im Zug der Aufarbeitung der Vowürfe erarbeiteten mehrere Stellen einen umfangreichen Massnahmenkatalog.

SDA/js

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch