Betonschüssel nimmt Form an

Schon bald kann neben dem Gaskessel geskatet werden. Täglich arbeiten Freiwillige an der neuen Anlage.

Buntes Treiben: Unter der Leitung von Michelle Furer (l.) verschönern Kinder die Skatebowl mit einem Mosaik.

Buntes Treiben: Unter der Leitung von Michelle Furer (l.) verschönern Kinder die Skatebowl mit einem Mosaik.

(Bild: Beat Mathys)

Ferienstimmung auf dem Gaswerkareal, so könnte man meinen, wären die Männer und Frauen, welche auf Festbänken sitzend ihr Zmittag essen, nicht überzogen mit grauem Zementstaub. Bunte Fähnchen flattern im Wind, unter einem weissen Sonnenschirm fügen Kinder Mosaiksteinchen zu Mustern zusammen.

Was nach legerem Zusammensitzen an einem lauen Julitag aussieht, ist in Wirklichkeit das Engagement junger Leute für ein Projekt: Auf dem Gaswerkareal soll eine Skatebowl entstehen, eine betonierte Schüssel, welche die Skater mit ihren Brettern durchrollen.

Viele Freiwillige

Initiiert hat das Projekt der Jugendverein Bernside. Er hat mit einem Crowdfunding 11'000 Franken zusammengetragen – rund 3500 Franken mehr als vorgesehen. Claude Christen ist Teil des achtköpfigen Teams und betont: «Wichtig ist uns vor allem der Do-it-yourself-Aspekt.» Nicht das Konsumieren eines Freizeitangebots solle im Mittelpunkt stehen, sondern das Selbermachen.

Und so helfen täglich rund 15 bis 20 Skater und Nicht­skater, Leute mit Bauerfahrung und Unkundige. «Wer selber mithilft, hat auch eher einen Bezug zur Anlage», vermutet Christen. Unterstützung bietet Oli Bürgin. Der Skateprofi aus Basel hat Erfahrung mit dem Bau von Skatebowls.

Für die Skateanlage wurde mit rund 400 Kubikmetern Erde ein Wall aufgeschüttet, in den nun die betonierte Ausbuchtung gebaut wird. Aufwendig sei vor allem der Bau des Entwässerungssystems gewesen, welches sicherstellt, dass sich die Schüssel bei Regen nicht mit Wasser füllt. Ist die Skatebowl fertig, sollen ihre Ränder mit Bäumen und Büschen begrünt werden.

Um auch Kinder und Jugendliche miteinzubeziehen, die zu jung für grössere Bauarbeiten sind, spannt Bernside mit Michelle Furer und Maria-Lena Aebi zusammen. Die beiden Frauen haben nach ihrem Kunststudium das Kinder- und Jugendatelier Bern ins Leben gerufen.

Für die Skatebowl legen nun Kinder bunte Mosaike, die später in den Beton eingefügt werden und der Schüssel so ein wenig Farbe verleihen sollen. Brauchen die Kinder eine Pause, schauen sie dem Treiben auf der Baustelle zu.«Die Atmosphäre dort finden sie toll», erklärt Furer.

«Wollen einfach skaten»

Die Initianten hoffen, die Schüssel Ende August einweihen zu können. Doch was ist mit den Wohnungen, mit denen die Stadt das Gaswerkareal zu bebauen erwägt? «Wir wollen einfach skaten», sagt Christen, «die Anlage ist eine Zwischennutzung, und solange sie genutzt werden kann, ist es gut.»

akn

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