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Bibliothek wird zur Galerie

An der Zollgasse in Ostermundigen ist die ehemalige Bibliothek in eine Galerie umgewandelt worden. Hier stellen verschiedene Künstler aus der näheren Umgebung ihre Werke aus.

Projektleiter Mark Fels und Kufo-Präsidentin Mathilde Zach mit einem Bild von Künstlerin Irene Miserez.
Projektleiter Mark Fels und Kufo-Präsidentin Mathilde Zach mit einem Bild von Künstlerin Irene Miserez.
Iris Andermatt

In Ostermundigen soll ein neues Zentrum entstehen, dem etliche ältere Gebäude werden weichen müssen. Aus diesem Grund wurde auch der Mietvertrag für die Bibliothek vor zwei Jahren nicht mehr erneuert. Seither steht das Haus leer. Bewilligungstechnische Gründe hätten zu Verzögerungen geführt, sagt Gemeindepräsident Thomas Iten dazu.

Das leere Haus gab 2017 nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch am Weihnachtsessen des Kulturforums (Kufo) zu reden. Schade sei das, so der Tenor der Vereinsmitglieder. Die Idee zu einer Zwischennutzung entstand.

Die Präsidentin des Kufo, Mathilde Zach, sagt es so: «Die Kürzung der Gemeinde im Kulturbereich und das leere Gebäude wollten wir nicht einfach hinnehmen und mit Kunst wieder mehr Farbe zurück in die Mitte des Ortes bringen.»

Hohe Qualität

Die Mitglieder des Vereins sprachen sich für eine Galerie auf Zeit aus, und eine Arbeitsgruppe nahm Kontakt mit dem Gemeindepräsidenten auf. «Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, wem das Haus gehört», erklärt der Leiter des Projekts, Mark Fels. Für die Arbeitsgruppe folgte eine intensive Vorbereitungszeit.

Musterverträge mit Kunstschaffenden wurden erarbeitet, ein Budget musste her und auch ein Werbekonzept. Einig war man sich zudem, dass die Qualitätsanforderungen nicht zu tief angesetzt werden sollten. Dies habe anfänglich zu eher wenig Interesse vonseiten der Kulturschaffenden geführt, so Fels. Doch dann sei es steil nach oben gegangen, und nun sei der Betrieb bis in den November gesichert.

Am Samstag war von den Anstrengungen hinter den Kulissen und auch von den Ängsten, genügend Künstler zu finden, nichts mehr zu spüren. Die zahlreich erschienenen Gäste honorierten die Anstrengungen bei der Einweihung mit viel Lob und grossem Applaus.

Gemeindepräsident Iten zeigte seine Freude ob des Muts der Vereinsmitglieder. So sehe Innovation aus, und eine kontrollierte Kreativität sei ihm wesentlich lieber als eine unkontrollierte. Damit sprach er ­indirekt die Gefahr einer Haus­besetzung an.

Künstler sind Mieter

Die Räume der Galerie sind jeweils für vierzehn Tage an Künstler aus der näheren Umgebung vermietet. Um die Attraktivität noch zu erhöhen, bietet der Verein zudem ein Bistro an. Auch Workshops können gebucht werden. So stehen ein Humortraining und ein Malkurs auf dem Programm. Den Beginn machen sechs Mitglieder des Kufo.

Sie zeigen Bilder, Tonskulpturen und Werke aus Glas. Auch wenn er bereits viel Gelegenheit gehabt habe, seine politisch geprägten Bilder zu zeigen, dies hier sei einfach der Hammer, da habe er unbedingt mitmachen wollen, erklärte René Gygax. Der Maler hat sich zugleich bereit erklärt, den Betrieb des Bistros zu übernehmen.

Was im Dezember mit der Galerie und dem Haus wird, ist offen. Der Mietvertrag läuft auf diesen Zeitpunkt hin aus. Fels und Iten sprechen von Sonderkonditionen, welche die Zwischennutzung ermöglichen. Man wolle die kommenden Wochen geniessen und der Bevölkerung das Kunstschaffen in der Umgebung präsentieren.

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