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Moutier-Votum als Chance für die Region

Der beschlossene Kantonswechsel von Moutier sei auch eine Chance für den Berner ­Jura, sagt der Bieler SP-Stadtpräsident Erich Fehr.

Moutier habe bei der Zusammenarbeit zwischen Biel und dem Berner Jura wie eine Blockade gewirkt, findet der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP). Archivbild: Enrique Muñoz Garcia
Moutier habe bei der Zusammenarbeit zwischen Biel und dem Berner Jura wie eine Blockade gewirkt, findet der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP). Archivbild: Enrique Muñoz Garcia

Moutier hat entschieden. Die grösste Stadt im Berner Jura wechselt den Kanton. Die Projurassier haben das Ja des Stimmvolks in der Nacht auf Montag zum Teil bis in die Morgenstunden gefeiert. In Belprahon und Sorvilier steht die Entscheidung hingegen noch bevor. Dort befindet man am 17. September über die künftige Kantonszugehörigkeit. Anders als in Moutier hat das Thema in den beiden Gemeinden bisher kaum Wellen geworfen.

Sowohl in Sorvilier als auch in Belprahon wird sich der Gemeinderat diese Woche mit dem Entscheid Moutiers beschäftigten. Bis dahin geben sich die beiden Gemeindepräsidenten zurückhaltend. Man habe das Ja zur Kenntnis genommen, heisst es. Eine Prognose für die Abstimmung in der eigenen Gemeinde wollen sie nicht wagen. Henri Burkhalter, Gemeindepräsident von Sorvilier, sagte jedoch gegenüber dem «Journal du Jura»: «Ich frage mich, was wir als kleine Enklave gewinnen würden.»

Neben Belprahon und Sorvilier hatten auch Grandval und Crémines ein Gesuch für eine Abstimmung über die Kantonszugehörigkeit eingereicht. Beide Gemeinden zogen dieses aber zurück. Damit bilden die beiden Urnengänge im September den Abschluss der Jura-Frage. Anschliessend wird diese offiziell als erledigt erklärt.

Roches will nicht diskutieren

Wie schwierig dies in der Realität werden könnte, zeigte sich in den letzten Wochen. Verschiedentlich vertraten Separatisten die Meinung, dass der gesamte Südjura zum Kanton Jura gehören sollte. Und der jurassische Finanzminister Charles Juillard (CVP) sagte, dass bei einem Kantonswechsel Moutiers die Einwohner von Roches überzeugt werden sollten, noch einmal über eine Abstimmung nachzudenken.

Der dortige Gemeindepräsident Yanick Christen schliesst dies aber aus. Das Thema sei momentan vom Tisch. Wie die Situation in einigen Jahren aussehen wird, kann Christen jedoch nicht sagen. Den Entscheid Moutiers gelte es zu respektieren. In Roches werde dieser das Leben auch nicht auf den Kopf stellen. «Wir machen weiter wie bisher.»

Für den Bieler Stadtpräsidenten Erich Fehr (SP) wäre es «absolut inakzeptabel», sollten plötzlich doch noch andere Gemeinden als Sorvilier und Belprahon über einen Kantonswechsel abstimmen wollen. «Alle Beteiligten haben sich in der Jura-Frage auf einen demokratischen Prozess geeinigt. Jetzt müssen die Spielregeln eingehalten werden», sagt Fehr. Nur so könne der Konflikt beigelegt werden.

Fehr glaubt aber auch nicht, dass der Wechsel Moutiers eine Sogwirkung haben wird – zu deutlich sei das Resultat der Abstimmung 2013 ausgefallen. Damals sagten die Gemeinden des Berner Juras mit Ausnahme von Moutier Nein zu einem Wechsel.

Der Bieler Stadtpräsident sieht in der Entscheidung vom Sonntag auch eine Chance für die Region. Denn Moutier habe bei der Zusammenarbeit zwischen Biel und dem Berner Jura wie eine Blockade gewirkt. Jetzt wolle man die Zusammenarbeit noch verstärken. «Damit dies auf einer guten Basis gelingt, erhebt Biel keinen Anspruch auf staatliche Insti­tutionen, die aktuell in Moutier angesiedelt sind», sagt Fehr. Diese sollten im Berner Jura bleiben. Zudem werde Biel seine Bemühungen für die Zweisprachigkeit im gleichen Umfang weiterführen wie bisher.

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