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Bildungsstrategie sorgt für Naserümpfen

Seit kurzem hat Köniz eine Bildungsstrategie, in der die künftige Stossrichtung der Schulen festgeschrieben ist. Im Parlament erntete das Grundlagenpapier Kritik.

Oft in der Kritik und doch nicht Teil der Bildungsstrategie: Die Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt (Archivbild/Walter Pfäffli)
Oft in der Kritik und doch nicht Teil der Bildungsstrategie: Die Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt (Archivbild/Walter Pfäffli)

Eigentlich sollte das Könizer Parlament sie am Montagabend lediglich zur Kenntnis nehmen: die neue Bildungsstrategie, die definiert, in welche Richtung sich die Schulen in der Gemeinde bis 2024 entwickeln sollen. Das vor kurzem eingeführte Grundlagenpapier, über das Gemeinderat und Schulkommission die letzten Jahre gebrütet hatten, wurde aber alles andere als einfach durchgewinkt. Mehrere Parteien von links bis rechts kritisierten, dass die Strategie wenig Konkretes und vor allem wenig Neues hervorgebracht habe.

«Da wurde ein Papiertiger produziert»

«Für uns ist das eine Auflistung davon, was unsere Schulen bisher schon gemacht haben», sagte etwa Adrian Burkhalter von der SVP. Ähnlich tönte es aus den Reihen der SP. «Das Papier schreibt den Status quo fest», hiess es dort. Man vermisse «den grossen Wurf».

Noch strenger waren die Grünen. «Da wurde mit viel Energie ein Papiertiger produziert», sagte Christina Aebischer. Sie bezeichnete die Strategie als unverbindlich und kritisierte zudem den Erarbeitungsprozess. Von den über 170 Eingaben in der Vernehmlassung sei nicht einmal die Hälfte berücksichtigt worden. «Da wird nicht klar, wie das Ganze eigentlich umgesetzt wurde.»

Aebischer bedauerte ausserdem, dass «die berühmte heisse Kartoffel» ignoriert wurde. Sie meinte damit die teuren und daher umstrittenen Spez-Sek-Klassen in der Lerbermatt. Ausgerechnet sie, die Köniz seit Jahrzehnten beschäftigen und deren Abschaffung immer wieder gefordert wurden, sind im Papier nicht mit einem Wort erwähnt. Am Ende wurde die erste Könizer Bildungsstrategie dann doch zur Kenntnis genommen – wenn auch nicht von allen Parlamentariern mit Zustimmung.

1 Papier, 15 Ziele

Das Grundlagenpapier definiert anhand von 15 Zielen Leitplanken zur Weiterentwicklung der Könizer Schulen. Ein Ziel ist es, Förderungsangebote für leistungsschwache, leistungsstarke und hoch begabte Schüler in Zukunft auszubauen. Weiter sollen etwa zwei heilpädagogische Sonderklassen geschaffen sowie ein flächendeckendes Tagesschulangebot eingeführt werden. Und: Geplant ist, dass Wahlfachangebote, die bisher teilweise nur in gewissen Schulen zugänglich waren, in Zukunft für alle Schüler aller 15 Schulstandorte geöffnet werden.

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