«Bin heilfroh, dass wir so glimpflich davongekommen sind.»

Nach einem schweren Gewitter musste die Polizei den Mann und die vier Kinder von Ex-Leichtathletikstar Anita Weyermann aus der Sense holen. Ihr Mann erzählt wie es dazu kam.

Anita Weyermann und ihr Mann Roland Salzmann.

Anita Weyermann und ihr Mann Roland Salzmann.

(Bild: Keystone)

Stephan Künzi

«Zum Glück ist alles gut ausgegangen. Das hilft.» Roland Salzmann war gestern Mittag der Schreck noch gut anzuhören. Der Mann der einstigen Mittel- und Langstreckenläuferin Anita Weyermann erinnert sich nur ungern an das, was ihm und seinen vier vorschulpflichtigen Kindern am Montagnachmittag widerfahren ist: Zu fünft waren sie bei der Guggersbachbrücke in den Sensegraben gestiegen, um ein paar Stunden die freie Natur zu geniessen, wie der «Blick» berichtet.

Es sollte anders herauskommen. Salzmann hatte zwar noch am Morgen die Wetterkarte studiert und mitbekommen, dass im Laufe des Tages mit schwachem Regen zu rechen sei.

Nach einem einstündigen Marsch, der die Familie flussabwärts von Schotterbank zu Schotterbank führte, passierte es: Ein heftiges Gewitter, begleitet von Hagel, zog auf. «Ich habe mich zu wenig zeitnah über die Wetterentwicklung ­informiert», gab sich Salzmann am Donnerstag selbstkritisch.

Die fünf hatten schon zuvor auf der linken, der Freiburger Seite, eine Stelle gefunden, an der sie vor dem steigenden Wasser in Sicherheit waren. Doch weil sich über diesem ­Abschnitt des Uferstreifens die Sandsteinfelsen unüberwindbar auftürmen, sassen sie nun fest.

Als das Wasser nach drei Stunden immer noch nicht zurückging und das Licht im Graben zu schwinden begann, entschloss sich Salzmann, Hilfe zu holen. Er wies die Kinder an, an diesem Ort zu bleiben. Sie hätten hier im Fall der Fälle ­sogar noch ein Stück aufsteigen können. «Es blieb eine Reserve von zehn Höhenmetern», schätzte er.

Ihm selber blieb für den Rückweg nur der Gang flussaufwärts durchs Wasser. Wieder mal links, mal rechts über die Schotterbänke und immer wieder quer durch die Fluten, die ihm bis zum Bauch reichten. Die Sense riss so stark, dass er sich kaum richtig auf den Füssen halten konnte.

«Schwierig war die braune Färbung. Ich sah beim Vorwärtsschreiten nie, ob ich auf sicheren Grund zu stehen komme.» Schliesslich fand er am Ufer eine Lücke, an der er aus- und zum nächsten Bauernhof emporsteigen konnte.

Was dann bis in die späten Abendstunden hinein geschah, umschrieb die Freiburger Polizei in einer Mitteilung so: «Die Rettungskolonne sowie die Rega wurden aufgeboten, um die Familie aus der Sense zu retten. Ein Treffpunkt für die Ambulanz und ein Landeplatz für den Hubschrauber wurden beim Fussballplatz in Brünisried eingerichtet. Die Geretteten wurden medizinisch konsultiert. Es konnten keine Verletzungen oder Unterkühlungen fest­gestellt werden.»

Salzmann war noch vor der Rettungsaktion via Flussbett zu seinen Kindern zurückgekehrt. Noch ist offen, ob er für die Rettungsaktion etwas zahlen muss. Doch das ist ihm im Moment gar nicht wichtig. «Ich bin einfach heilfroh und dankbar, dass wir so glimpflich davongekommen sind.»

Berner Zeitung

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