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BLS-Mitarbeiter druckt Flugblatt gegen neuen Fahrplan

Mit einem Brief fordert das Reisezentrum der BLS ihre Kunden auf, gegen den neuen Fahrplan Stellung zu nehmen. Das Ganze hat aber einen Haken.

Die BLS will künftig weniger Zugverbindungen ab der Station Muntelier-Löwenberg anbieten. Das störte offenbar den Mitarbeiter.
Die BLS will künftig weniger Zugverbindungen ab der Station Muntelier-Löwenberg anbieten. Das störte offenbar den Mitarbeiter.
Symbolbild, Keystone

Der geplante Abbau von Bahnhalten an der Station Muntelier-Löwenberg wirbelt weiterhin Staub auf. Neben einem Informationsblatt der Gemeinde Muntelier und einem Flugblatt von betroffenen Pendlern flatterte Einwohnern Munteliers auch ein Schreiben der BLS ins Haus.

Der Brief hält zum geplanten Fahrplan fest: «Es gibt einige positive Änderungen, aber vor allem im Fall von Muntelier auch viele negative.» Primär werden die gestrichenen Direktverbindungen von Muntelier nach Neuenburg, S-Bahn-Züge nach Bern, die gerade zu Stosszeiten nicht mehr in Muntelier-Löwenberg halten sollen, sowie die gestrichene erste Verbindung am Morgen genannt. Der erste Zug soll künftig in Muntelier erst eine Stunde später halten.

Brief eines Mitarbeiters

Der Brief ist mit dem offiziellen Logo der BLS bedruckt. Erst auf den zweiten Blick erschliesst sich jedoch, dass sein Ursprung im ­lokalen BLS-Reisezentrum am Bahnhof Murten liegt.

Unterschrieben ist er von S. D.*, dem dortigen Reiseberater: «Als ich von den Verschlechterungen erfahren habe, wollte ich unsere Kunden informieren.» Der Brief sei auf seine Initiative entstanden, so D*. «Für unsere Kunden aus Muntelier verschlechtert der neue Fahrplan die Situation. Viele betroffene Kunden haben uns gedankt, dass wir sie so gut informiert haben», so D*.

Konsequenzen noch offen

Am Hauptsitz der BLS war man von der Selbstinitiative von D* überrascht: «Der Mitarbeiter hat im Brief seine persönliche Meinung geäussert, unglücklicherweise im Namen der BLS», sagt Mediensprecherin Helene Soltermann. Er habe den Brief ­intern nicht abgesprochen. «Die BLS distanziert sich deshalb vom Schreiben.» Der Brief sei nicht im Sinne des Unternehmens.

Die BLS fahre ihr Angebot auf Bestellung der Kantone, so Soltermann. Sie äussere zwar bei der Gestaltung des Fahrplans ihre Meinung. «Wir tragen aber die Entscheide des Kantons mit.» Muss D* nun Konsequenzen fürchten? «Seine Vorgesetzten werden diesen Vorfall sicher mit ihm besprechen», so Soltermann.

Auch die Gemeinde Murten setzt sich für Muntelier ein. Der Gemeinderat fordert in seiner Stellungnahme zum Fahrplan, dass der erste Zug in Richtung Bern nicht gestrichen wird. «Für uns ist wichtig, dass das Angebot des öffentlichen Verkehrs in der ganzen Region gut ist», erläutert Vizestadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel.

* Name der Redaktion bekannt.

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