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BLS-Neubau: Enteignungen möglich

In der neuen BLS-Werkstätte in Riedbach sollen ab 2025 rund 340 Mitarbeiter tätig sein. Bis dahin könne es zu Personal-Versetzungen, aber nicht zu Kündigungen kommen.

Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Urs Baumann
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof  verlieren.
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof verlieren.
Urs Baumann
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Susanne Keller
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Der BLS-Verwaltungsrat habe entschieden, die Planungsarbeiten für den Neubau einer Werkstätte in Riedbach in Angriff zu nehmen. Baubeginn wird frühestens 2020 sein, die Inbetriebnahme ist per 2025 geplant, wie die BLS am Donnerstag mitteilte. Der Standort im Westen von Bern liegt direkt an der Linie Bern-Neuenburg. 20 Grundeigentümer sollen Land hergeben. Enteignungen sind möglich.

Die Landeigentümer wurden am Mittwochabend ins Bild gesetzt, die Öffentlichkeit am Donnerstag. BLS-Chef Bernard Guillelmon beteuerte vor den Medien, die Bahn wolle mit den Betroffenen nach einvernehmlichen Lösungen suchen.

Das könnte in einigen Fällen schwierig sein. Mitten auf dem 20 Hektar grossen Areal, das die BLS beansprucht, steht ein Bauernhof. Er müsste 2020 verschwinden, wenn die Bauarbeiten für die neue Werkstätte beginnen. Überhaupt wird das beanspruchte Land heute vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

«Wir stehen noch ganz am Anfang der Planungsphase», sagte Guillelmon im Berner Regionaljournal von Radio SRF. Die BLS wolle herausfinden, welcher Grundeigentümer welche Bedürfnisse habe und was für Alternativen man den Leuten anbieten könne. Auch die Frage der Entschädigungen steht im Raum.

Sicher ist, dass der Neubau das Landschaftsbild stark verändern würde - und dass das Eisenbahngesetz Enteignungen zulässt. Allerdings stehen die Planungsarbeiten erst am Anfang. Die BLS will die Anwohner am kommenden Dienstag über ihre Absichten ins Bild setzen.

Standortvorteil

Die Standortsuche für einen Neubau ist die Folge einer Neuausrichtung der Fahrzeug-Instandhaltung, die der BLS-Verwaltungsrat im Dezember 2013 beschlossen hat. Ein Auslöser sei gewesen, dass die von der SBB gemietete Werkstätte Bern-Aebimatt voraussichtlich nur noch bis 2019 zur Verfügung stehen wird.

Untersucht worden waren 21 Areale im Raum Bern. Der «Moosacher», der sich vom kleinen Wald hinter dem Bahnhof Brünnen bis zum Bahnübergang beim Bahnhof Riedbach erstreckt, ist laut BLS der ideale Standort. Vor allem liegt er nah beim Bahnhof Bern. «Kurze Wege in die Werkstatt sparen uns Zeit und Geld», betonte Guillelmon. Im Vergleich zu einem Standort an der stark ausgelasteten Lötschbergachse biete Riedbach aber noch weitere Vorteile.

Übergangslösung in Givisiez

Um die Übergangszeit zwischen dem Wegfall der Werkstätte Bern-Aebimatt im Jahr 2020 und der geplanten Inbetriebnahme des Neubaus im Jahr 2025 zu überbrücken, hat die BLS Mitte Februar mit den Transports publics fribourgeois (TPF) eine Vereinbarung unterzeichnet. Demnach kann die BLS temporär Werkstattgleise der TPF in Givisiez FR zumieten und damit auch in der Übergangszeit eine einwandfreie Instandhaltung der Fahrzeuge gewährleisten, wie es weiter heisst.

Keine Entlassungen vorgesehen

Ab 2025 sollen alle BLS-Züge entweder in Riedbach oder in der bestehenden Werkstätte Spiez gewartet und repariert werden. 340 Mitarbeiter werden dann im Westen von Bern ihren Arbeitsplatz haben, 80 in Spiez. Die Standorte Oberburg und Bönigen werden dannzumal aufgehoben, wie schon länger bekannt ist. Entlassungen aufgrund der Neuausrichtung sind keine vorgesehen.

(SDA)

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