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BLS-Werkstätte Riedbach: Kritik im Berner Stadtrat

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstagabend über die geplante Werkstätte in Riedbach diskutiert. Dabei wurde die BLS scharf kritisiert.

Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Urs Baumann
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof  verlieren.
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof verlieren.
Urs Baumann
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Susanne Keller
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Die Stadt Bern soll gemeinsam mit der BLS alternative Standorte für die geplante neue Werkstätte evaluieren. Das Stadtparlament hat am Donnerstagabend entsprechenden Forderungen in Vorstössen zugestimmt. Am Vorgehen des Bahnunternehmens wurde viel Kritik laut.

Anlass für die Diskussion im Stadtrat waren vier dringliche Vorstösse. Darin wird der Gemeinderat unter anderem aufgefordert, sich gegen eine BLS-Werkstätte auf der grünen Wiese in Riedbach zur Wehr zu setzen. Entsprechende Pläne waren im März bekannt geworden.

«Wie ein Elefant im Porzellanladen»

Dieser Standort in Bern West sei ungeeignet, befanden mehrere Sprecherinnen und Sprecher von links bis rechts. Es handle sich um einen schönen Weiler mit altem Baumbestand, sagte FDP-Sprecher Christoph Zimmerli. Da gehe Kulturland verloren, zudem stehe die Existenz direktbetroffener Grundeigentümer auf dem Spiel, fügte Matthias Stürmer namens der Fraktion GFL/EVP an.

Das Vorgehen der BLS gegenüber der betroffenen Bevölkerung wurde als unhaltbar und «Kommunikationsdesaster» bezeichnet. Wie ein Elefant im Porzellanladen sei die BLS in Bern West eingefallen und habe viel Geschirr zerschlagen, kritisierte Franziska Grossenbacher namens der Fraktion GB/JA. Den Grundeigentümern gleich mit Enteignung zu drohen, sei in höchstem Mass unsensibel, sagte Patrick Zillig (GLP).

Tschäppät will «bessere Lösung»

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) attestierte der BLS zwar, aus ihrer betrieblichen Optik seriös evaluiert zu haben. Die Bahn brauche die neue Werkstätte. Doch es gelte nun, sich für eine bessere Lösung einzusetzen, sagte Tschäppät. Die Stadt sei in die Vorbereitung des Geschäfts nicht einbezogen worden.

Mit deutlicher Mehrheit überwies das Parlament ein Postulat der FDP, das den Gemeinderat auffordert, zusammen mit der BLS einen geeigneten Standort auf Stadtgebiet oder in der Nähe der Stadt zu suchen. Die 340 Arbeitsplätze in der Werkstätte gelte es zu erhalten, so die FDP. Ebenfalls Zustimmung fand die Forderung in einem SVP-Vorstoss, dass sich die Stadt bei der BLS für eine Beendigung der Planung in Riedbach einsetzen solle.

SDA/sh

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