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Blutspende statt Schule

Am Montag organisierten drei Schülerinnen der Gibb-Schule eine mobile Blutspendeaktion. Auch die Lehrerschaft wurde angezapft.

Herzblut für Solidarität: Drei Schülerinnen organisierten die Blutspendeaktion an der Gibb für ihre Abschlussarbeit.
Herzblut für Solidarität: Drei Schülerinnen organisierten die Blutspendeaktion an der Gibb für ihre Abschlussarbeit.
Nicole Philipp

In der Lehrhalle der Gewerblich-Industriellen Berufsschule (Gibb) in der Lorraine sieht es am Montagnachmittag ein bisschen aus wie in einem Lazarett: Auf neun Pritschenbetten liegen Schülerinnen und Schüler still auf dem Rücken, Schläuche hängen von ihren Bettkanten. Hier ist aber nicht etwa ein Virus ausgebrochen, sondern es wird Blut gespendet: Langsam rinnt der ­rote Lebenssaft in die Beutel, die von einer Maschine regelmässig geschwenkt werden.

Initiiert haben die Aktion die Gibb-Schülerinnen Michèle Schwarz (18), Janine Hosner (19) und Nina Bühler (17). Alle drei wohnen in der Region Bern, bilden sich zur Fachfrau Gesundheit aus und stehen kurz vor ihrer ­Berufsmatura. Die Blutspendeaktion ist ihre Abschlussarbeit. «Das diesjährige Oberthema aller BM-Arbeiten war Solidarität», erzählt Michèle Schwarz. «Wir wollten etwas Praktisches machen, und da wir alle im Spital arbeiten, kamen wir auf das Thema Blutspende.»

Junge Erstspender

Bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema fanden die drei heraus, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Blut spendet und dass der Grund dafür nicht der fehlende Wille, sondern Zeit- oder Informationsmangel ist. «Mit unserer Aktion wollen wir dem entgegenwirken und neue Spenderinnen und Spender motivieren», sagt Schwarz.

Bei Samuel Pitt (19) aus Gampelen, der nach seiner Elektronikerlehre nun noch die Berufsmatura macht, hat es auf jeden Fall geklappt. «Ohne die Aktion wäre es mir wohl nicht in den Sinn gekommen, Blut spenden zu gehen», sagt er. Gleich hier in der Schule macht er allerdings gern mit: «Es ist eine gute Sache, ich habe Zeit, und es nimmt mich wunder, was meine Blutgruppe ist.» Ausserdem bekommen Spenderinnen und Spender eine Stunde unterrichtsfrei.

«Wir wollen mit der Aktion neue Spender motivieren.»

Michèle Schwarz

Nach der Spende verpflegt sich Samuel in einer Sitzecke mit Schokolade und Getränken – genug Zucker und Wasser aufzunehmen, ist nach dem Blutspenden wichtig. Samuel spürt es körperlich kaum, dass er gerade einen halben Liter Blut abgegeben hat. Anders geht es einer Mitschülerin von ihm, die sich neben ihm etwas hingelegt hat. Ihr wurde es etwas «sturm». Trotzdem haben beide vor, von nun an regelmässig zur Blutspende zu gehen.

Profis helfen mit

Das freut die Mitarbeiterinnen des Interregionalen Blutspendezentrums Bern, welche die mobile Aktion organisatorisch und fachlich den ganzen Tag begleiten. Wer einmal spende, komme in der Regel wieder, sagt die Gruppenleiterin. Die passende Infrastruktur steht auf jeden Fall bereit: Erst Ende Oktober hat man an der Murtenstrasse 137 das neue Blutspendezentrum Bern bezogen.

Obwohl die drei Schülerinnen in der Spitalpflege tätig sind, dürfen sie die Blutspenden nicht selber abnehmen – dazu braucht es eine Spezialausbildung. Es gibt aber auch rundherum genug zu tun: Fragebogen verteilen, Blutdruck messen, medizinische ­Voraussetzungen prüfen, Beschriftungen kontrollieren, Verpflegung bereitstellen.

BM-Anwärterin Janine Hosner ist mit dem Verlauf des Tages sehr zufrieden: «Wir rechneten mit gut vierzig Personen. Jetzt ist es Mitte Nachmittag, und es kamen schon fast siebzig. Auch viele Lehrer und sogar der Schulleiter haben gespendet.» Als erstes Fazit für die schriftliche BM-Arbeit, welche die drei nun verfassen werden, kann man also schon mal festhalten: Viel Herzblut fördert auf jeden Fall die Solidarität.

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