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Morell-Haus: Malereien blieben vom Brand verschont

Nach dem Brand an der Postgasse wird die Stadt Bern wochenlang mit Trocknungsarbeiten im Morell-Haus beschäftigt sein, ehe die ­Sanierung weitergehen kann.

Michael Bucher
Das Morell-Haus wird statisch abgestützt. Gut zu sehen: Die geretteten Deckenmalereien im Obergeschoss.
Das Morell-Haus wird statisch abgestützt. Gut zu sehen: Die geretteten Deckenmalereien im Obergeschoss.
Adrian Moser
Problematisch war vor allem das Wasser, das zum Löschen des Brandes eingesetzt werden musste.
Problematisch war vor allem das Wasser, das zum Löschen des Brandes eingesetzt werden musste.
Adrian Moser
Daher muss das Gebäude in den kommenden Wochen getrocknet werden.
Daher muss das Gebäude in den kommenden Wochen getrocknet werden.
Adrian Moser
Wann die Renovierungsarbeiten wieder aufgenommen werden können, ist noch unklar.
Wann die Renovierungsarbeiten wieder aufgenommen werden können, ist noch unklar.
Adrian Moser
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gebäudeschaden in der Höhe von rund zwei Millionen Franken aus.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gebäudeschaden in der Höhe von rund zwei Millionen Franken aus.
twitter/feuerwehr_bern
Die Feuerwehr nimmt den ausgebrannten Dachstock in Augenschein. Das Gebäude wird abgestützt und mit einem Notdach versehen.
Die Feuerwehr nimmt den ausgebrannten Dachstock in Augenschein. Das Gebäude wird abgestützt und mit einem Notdach versehen.
twitter/feuerwehr_bern
Aus der Luft ist der Schaden am Dach gut sichtbar.
Aus der Luft ist der Schaden am Dach gut sichtbar.
twitter/feuerwehr_bern
Der Tag danach: Am Dienstagmorgen ist die Feuerwehr nach wie vor mit der Bekämpfung von Glutnestern beschäftigt.
Der Tag danach: Am Dienstagmorgen ist die Feuerwehr nach wie vor mit der Bekämpfung von Glutnestern beschäftigt.
Raphael Moser
Der Dachstock ist komplett zerstört. Nur noch das Gerippe ist übrig.
Der Dachstock ist komplett zerstört. Nur noch das Gerippe ist übrig.
Raphael Moser
Auf diesem Bild lässt sich der Ausmass des Schadens erahnen.
Auf diesem Bild lässt sich der Ausmass des Schadens erahnen.
Raphael Moser
Immer wieder blicken Passanten verdutzt auf die ausgebrannte Dachkonstruktion und die Feuerwehrmänner, welche via Drehleiter den Schaden begutachten.
Immer wieder blicken Passanten verdutzt auf die ausgebrannte Dachkonstruktion und die Feuerwehrmänner, welche via Drehleiter den Schaden begutachten.
Raphael Moser
In der Sonnenstore des Restaurants Treff sind Brandlöcher zu erkennen.
In der Sonnenstore des Restaurants Treff sind Brandlöcher zu erkennen.
Raphael Moser
Während der ganzen Nacht und am Dienstagmorgen hat die Feuerwehr Glutnester bekämpft.
Während der ganzen Nacht und am Dienstagmorgen hat die Feuerwehr Glutnester bekämpft.
Michael Bucher
Montagabend, kurz nach 19 Uhr: Der Dachstock der Postgasse 14 steht in Flammen.
Montagabend, kurz nach 19 Uhr: Der Dachstock der Postgasse 14 steht in Flammen.
Leserreporter/Anja Stampfli
Das lodernde Feuer und die grosse Rauchsäule waren unübersehbar.
Das lodernde Feuer und die grosse Rauchsäule waren unübersehbar.
Leserreporter/20 Minuten
Viele Schaulustige begutachteten den Brand aus Berns Gassen.
Viele Schaulustige begutachteten den Brand aus Berns Gassen.
Leserreporter/20 Minuten
Erste Rettungskräfte eilen zur Brandstelle.
Erste Rettungskräfte eilen zur Brandstelle.
Leserreporter/Anja Stampfli
Die Gerechtigkeitsgasse ist im Rauch eingehüllt.
Die Gerechtigkeitsgasse ist im Rauch eingehüllt.
Leserreporter
Die Rauchschwaden steigen über der Altstadt empor.
Die Rauchschwaden steigen über der Altstadt empor.
Leserreporter/Anja Stampfli
Auch aus der Postgasse ist der Rauch zu erkennen.
Auch aus der Postgasse ist der Rauch zu erkennen.
Johannes Reichen
Das Morell-Haus wird momentan saniert, bis 2019 sollten mehrere 2- und 3-Zimmerwohnungen entstehen.
Das Morell-Haus wird momentan saniert, bis 2019 sollten mehrere 2- und 3-Zimmerwohnungen entstehen.
Leserreporter
Über die Brandursache liegen derzeit keine Informationen vor.
Über die Brandursache liegen derzeit keine Informationen vor.
Leserreporter/20 Minuten
Die Feuerwehr und die Polizei sind vor Ort und vermelden um 20 Uhr das Feuer unter Kontrolle zu haben.
Die Feuerwehr und die Polizei sind vor Ort und vermelden um 20 Uhr das Feuer unter Kontrolle zu haben.
Johannes Reichen
Einsatzkräfte der Feuerwehr begeben sich auf der Leiter zum Dachstock.
Einsatzkräfte der Feuerwehr begeben sich auf der Leiter zum Dachstock.
Leserreporter
Von der Gerechtigkeitsgasse her sind nach 20 Uhr keine Flammen mehr zu sehen.
Von der Gerechtigkeitsgasse her sind nach 20 Uhr keine Flammen mehr zu sehen.
Leserreporter
Rauchschwaden in der Berner Altstadt: Am Montagabend brannte der Dachstock des Morell-Haus'.
Rauchschwaden in der Berner Altstadt: Am Montagabend brannte der Dachstock des Morell-Haus'.
Raphael Moser
Die Einsatzkräfte positionierten sich in der Gerechtigkeitsgasse.
Die Einsatzkräfte positionierten sich in der Gerechtigkeitsgasse.
Raphael Moser
Die Feuerwehr bekämpft das Feuer im Dachstock.
Die Feuerwehr bekämpft das Feuer im Dachstock.
Raphael Moser
Die Stelle um die Postgasse 14 wurde grossflächig abgesperrt.
Die Stelle um die Postgasse 14 wurde grossflächig abgesperrt.
Raphael Moser
Die Einsatzkräfte hatten die Flammen erstaunlich schnell im Griff.
Die Einsatzkräfte hatten die Flammen erstaunlich schnell im Griff.
Raphael Moser
Mit vereinten Einsatzkräften konnte das Feuer gebändigt werden.
Mit vereinten Einsatzkräften konnte das Feuer gebändigt werden.
Raphael Moser
Schon von Weitem waren zuerst die Flammen und später immer noch der Rauch zu erkennen.
Schon von Weitem waren zuerst die Flammen und später immer noch der Rauch zu erkennen.
Raphael Moser
Die Feuerwehr konnte den Brand kontrollieren und löschen.
Die Feuerwehr konnte den Brand kontrollieren und löschen.
Raphael Moser
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«Wir hatten Glück im Unglück»: Dieser häufig bemühte Satz nach einem glimpflich ausgegangenen Unfall, er wurde auch am Mittwoch ­geäussert. Der Protagonist: Kurt Glanzmann von Immobilien Stadt Bern. Der Ort: Das Morell-Haus. In dem vierstöckigen Gebäude an der Postgasse 14 wurde am Abend des 9. Juli der komplette Dachstock durch einen Brand zerstört.

Die Sache mit dem Glück im Unglück hat in der Tat seine Richtigkeit. So wurde in dem leer stehenden Haus, in dem Renovierungsarbeiten im Gang gewesen waren, niemand verletzt. Auch konnte die Berufsfeuerwehr Bern verhindern, dass sich der Brand auf umliegende Gebäude ausweitete.

Es blieb die Frage: Wie stark wurden die erst kürzlich entdeckten historischen Deckenmalereien im 1. Stock beschädigt? Am Mittwoch durften Medienvertreter das denkmalgeschützte Haus besichtigen und feststellen: Die wertvollen, rund 300 Jahre alten ­Malereien blieben vom Brand verschont.

Löschwasser bereitete Sorgen

Die Unversehrtheit der Deckenmalereien ist umso erstaunlicher, da das Feuer gleich in der Etage darüber ausbrach und wütete – ausgelöst durch einen technischen Defekt an einer Elektroinstallation. Komplett unversehrt blieben die Malereien trotzdem nicht. Hier und da sind Wasserflecken und Russrückstände ­erkennbar. «Das Hauptproblem war das viele Löschwasser, das durch die Ritzen nach unten ­sickerte», erklärte Gesamtprojektleiter Glanzmann. In den nächsten Wochen ­werden deshalb hauptsächlich Trocknungsarbeiten erfolgen.

Löschwasser und Russpartikel hätten die Malereien zwar angegriffen, aber der Schaden sei reparierbar, sagt Jean-Daniel Gross, Leiter der Berner Denkmalpflege. (Video: sda)

Die ebenfalls historisch bedeutsamen Wandtäfelungen im Erdgeschoss wurden bereits ausgebaut. Diese werden extern ­getrocknet, wie Jean-Daniel Gross, Leiter der Denkmalpflege der Stadt Bern, vor Ort ausführte.

Wie gross die Schäden an der historischen Bausubstanz durch Rauch und Wasser sind, müsse erst durch einen Restaurator untersucht werden, so Gross. Die Stadt, die seit 1861 Besitzerin des Morell-Hauses ist, hofft, dass die wertvollen Ausstattungselemente erhalten und in die geplanten Wohnungen integriert werden können.

Beim Zeitplan der seit Anfang Jahr laufenden Renovierungsarbeiten wurde die Stadt nun massiv zurückgeworfen. Ursprünglich war geplant, bis Mitte 2019 sieben neue 2- und 3-Zimmerwohnungen zu realisieren. Vorerst heisst es: Brandschutt entfernen, Trocknungsmassnahmen einleiten und ein Notdach erstellen. Wann sich die Bauarbeiter wieder an die Sanierung machen können, ist derzeit noch offen. Die bereits letzte ­Woche kommunizierte Schadenssumme von rund zwei ­Millionen Franken wird von der Gebäudeversicherung Bern getragen, wie Kurt Glanzmann ­mitteilte.

Viel Lob für die Feuerwehr

Das viel zitierte «Glück im Unglück» verdankten die Stadt Bern und der Denkmalschutz in erster Linie der Berufsfeuerwehr Bern. Deren stellvertretender Kommandant Martin Allenbach ­wurde von den anderen Rednern immer wieder gelobt. Brände zu bekämpfen in den ­engen Gassen der unteren Altstadt, sei immer schwierig, meinte dieser. Und: «Es waren sehr ­aufwendige Löscharbeiten.» Zu ­Gute kam den Feuerwehrleuten etwa, dass das Patriziergebäude ein Eckhaus war und die Einsatzkräfte mittels Autodrehleitern von drei Seiten her Zugang ­hatten. Dadurch war der Brand nach einer Stunde gelöscht.

Auch dass seine Leute bereits sieben Minuten nach dem Alarm vor Ort gewesen waren, betonte Allenbach. Zuerst sei er «geknickt» gewesen, als er von den wertvollen Malereien hörte. Als er am Tag nach dem Brand die Räumlichkeiten inspizierte und praktisch unbeschädigte Malereien vorfand, folgte die Erleichterung. Sofort habe er dem Denkmalpfleger ein Handyfoto davon geschickt. «Ja», lächelte Allenbach zum Schluss, «ein bisschen Freude habe ich schon.»

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