Brand in Bethlehem: Die Anteilnahme ist gross

Nach dem Brand in Bethlehem melden sich viele Leute bei der Stadt Bern, um Geld zu spenden. Die Rede ist von einem «beispiellosen Engagement» seitens der Mitbürger.

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Im Büro von Peter Kobi liefen gestern die Telefone heiss. Er ist Leiter der Wohn- und Obdach­losenhilfe der Stadt Bern, die dem Sozialdienst angegliedert ist. Der Grund ist der verheerende Grossbrand vom Samstagabend in Bethlehem, der in den Dachwohnungen der drei Wohnblocks an der Looslistrasse 31, 33 und 35 wütete. Verletzte gab es keine zu beklagen, jedoch mussten 28 Mietparteien eine neue temporäre Bleibe suchen. Hier kommen Peter Kobis Leute ins Spiel.

Er ist positiv überrascht von der grossen Anteilnahme in der Bevölkerung. «Zahlreiche Leute wollen Räumlichkeiten zur Verfügung stellen für die vorüber­gehend obdachlos gewordenen Bewohner», erzählt Kobi. Doch nicht nur das. Viele besorgte Bürger möchten gar etwas spenden. «Ein solches Engagement nach einem Brand habe ich noch nie erlebt», sagt er, der seit acht Jahren bei der Obdachlosenhilfe arbeitet. Er fühle sich fast wie bei der Glückskette. Ein wenig überrumpelt sei man von den Anfragen. Ein offizielles Spendenkonto gebe es noch nicht.

Wichtige Aufklärungsarbeit

Alle betroffenen Bewohner ­hätten dank der Vermieterin und der Obdachlosenhilfe eine neue Bleibe gefunden, teilt Kobi mit. Die meisten von ihnen fanden in einem Hotel Unterschlupf. Aber auch die Stadt stellt Plätze zur Verfügung. So bot die Obdach­losenhilfe etwa einer Sozialhilfeempfängerin einen Platz in einer Wohngemeinschaft an.

Mitarbeitende der Hausverwaltung, ein Careteam sowie Peter Kobi waren am Samstagabend nach dem Brand vor Ort. Ihre Aufgabe war es, den Mietern, die soeben ihr Hab und Gut verloren hatten, mit Beratung beizustehen. Gerade bei Migranten sei eine solche Hilfe wichtig, da diese oftmals nicht umfassend über ­ihre Rechte und Pflichten in­formiert seien. «Viele wussten ­etwa nicht, dass sie umgehend ­ihre Versicherung informieren ­müssen», so Kobi.

Wie es um die Statik der Gebäude steht und ab wann die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkönnen, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Die Immobilienfirma, welche die Wohnblöcke verwaltet, wollte keine Auskunft erteilen. Bekannt ist, dass die Dachwohnungen komplett ausgebrannt sind, während die darunter liegenden Wohnungen vom Feuer verschont blieben. Dort ist es jedoch zu Wasserschäden gekommen.

Laut der Kantonspolizei sind Brandursache und Schaden­höhe noch nicht geklärt.

mib

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