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Bringt die Wohninitiative mehr Gerechtigkeit, oder bremst sie den Wohnbau?

Jürg Sollberger setzt sich für preisgünstigen Wohnungsbau und für die Wohninitiative ein. Adrian Haas findet, die Wohninitiative würde in der Stadt Bern den Wohnungsbau bremsen. Am 18.Mai entscheiden die Stimmberechtigten über die Vorlage.

Eine hitzige Debatte: Jürg Sollberger (links) und Adrian Haas argumentieren beim Streitgespräch mithilfe von Statistiken.
Eine hitzige Debatte: Jürg Sollberger (links) und Adrian Haas argumentieren beim Streitgespräch mithilfe von Statistiken.
Susanne Keller

Herr Sollberger, wie prekär ist Ihrer Meinung nach die Wohnungsnot in der Stadt Bern?Jürg Sollberger: Wir sind uns mit den Gegnern der Initiative einig, dass es zu wenig Wohnungen in der Stadt Bern gibt. Wir bemängeln aber insbesondere, dass es zu wenig preisgünstige Wohnungen gibt, und streiten uns darüber, wie man das ändern soll. Adrian Haas: Die Nachfrage in der Stadt Bern ist immer gross, auch wenn man noch tausend Wohnungen mehr baut. Aber wenn man die Region betrachtet, haben wir im Vergleich mit Zürich, Basel und Genf keine wahnsinnig angespannte Wohnsituation. Eine bestehende Vierzimmerwohnung in der Stadt Bern kostet im Durchschnitt 1472 Franken. Natürlich sind die Wohnungen, die ausgeschrieben werden, teurer. Aber viele Wohnungen gehen unter der Hand weg. Jürg Sollberger: Wir analysieren das Problem schärfer als Herr Haas. Die angebotenen Vierzimmerwohnungen kosten knapp 2000 Franken. Das ist der Markt. Der Markt spielt zudem in dem Sinne, dass die Mietpreise stetig steigen. In der Stadt Bern liegt die Mietpreisentwicklung weit über dem Schweizer Index. Adrian Haas: 13 Prozent Zunahme in den letzten zehn Jahren: Das ist im Vergleich zu den Regionen, die ich genannt habe, unterdurchschnittlich. Jürg Sollberger: Im Vergleich zur Teuerung und zur Lohnentwicklung klafft die Schere seit 2007 aber immer weiter auseinander.

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