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Buchsis Feuerwehr klopft bei den Nachbargemeinden an

Der Feuerwehr Münchenbuchsee droht bei Einsätzen tagsüber ein personeller Engpass. Deshalb sucht sie die ­Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Andere Feuerwehren haben ähnliche Probleme bereits gelöst.

Hans Ulrich Schaad
Die Feuerwehr Münchenbuchsee muss als Stützpunkt bei Grossbränden in der Region ausrücken, wie hier beim Bauernhausbrand in Limpach im letzten Sommer.
Die Feuerwehr Münchenbuchsee muss als Stützpunkt bei Grossbränden in der Region ausrücken, wie hier beim Bauernhausbrand in Limpach im letzten Sommer.
Andreas Blatter

Andreas Luginbühl spricht von einem «heissen Eisen», das man «diplomatisch» anpacken muss. Seit Anfang Jahr ist der SVP-Gemeinderat in Münchenbuchsee zuständig für die öffentliche Sicherheit und damit für die Feuerwehr. Und er hat einen Auftrag gefasst: die Nachwuchsprobleme bei der Feuerwehr zu lösen und die Verfügbarkeit tagsüber zu verbessern.

Luginbühl stellt klar, dass die Feuerwehr Münchenbuchsee bisher alle ihre Einsätze nach den geltenden Vorgaben leisten konnte, die Ausrüstung und die Fahrzeuge seien sehr gut. Mittelfristig könnten die personellen Ressourcen aber knapp werden, die Rekrutierung von neuen Mitgliedern werde immer schwieriger.

Enger Zeitplan

Betreffend die personelle Tagesverfügbarkeit hat er den Auftrag, mit den umliegenden Gemeinden Zollikofen, Urtenen-Schönbühl und Moosseedorf Kontakt auf­zunehmen, um die Problematik durch eine eventuelle Zusammenarbeit zu entschärfen. Noch gebe es keine konkreten Ergebnisse, sagt Andreas Luginbühl. Aber der Zeitplan ist sportlich: In der Legislaturplanung des Gemeinderats, welche dem Parlament an der letzten Sitzung vorgelegt wurde, ist als Termin Ende 2017 aufgeführt.

Andreas Luginbühl nennt mögliche Gründe für die Personalnot. Die Leute seien heute mobiler, würden auswärts arbeiten und tagsüber nicht verfügbar sein. Der zeitliche Aufwand für Ausbildung und Übungen sei hoch. Pflichtige würden lieber die Ersatzgabe bezahlen, statt ihre Freizeit zu opfern. In Münchenbuchsee beträgt die jährliche Ersatzgabe aktuell maximal 300 Franken.

Grosse Herausforderungen

Die Berner Feuerwehren seien personell grundsätzlich gut aufgestellt, sagt Urs Burgener. Der Busswiler muss es wissen. Er ist Präsident des Feuerwehrverbands des Kantons Bern und kommandiert selber eine Regio-Feuerwehr. Rund 14'000 Männer und Frauen leisten im Kanton meist im Milizsystem Dienst. «Bei der Verfügbarkeit während des Tages stehen jedoch einige Feuerwehren vor Herausforderungen», ergänzt Burgener.

Durch organisatorische Massnahmen können aber meist gute Lösungen gefunden werden. Burgener nennt die Zusammenarbeit mit den Nachbarfeuerwehren, eine Anpassung der Alarmierung oder das Rekrutieren von Gemeindepersonal. Dazu mache ein neues Modell immer mehr Schule, erklärt der Verbandspräsident: Personen könnten nicht nur an ihrem Wohnort, sondern auch an ihrem Arbeitsort Dienst leisten.

Aus Burgeners Sicht hat sich das Problem in den letzten Jahren durch Fusionen und verstärkte Zusammenarbeit eher entschärft. Die Haltung, «das ist mein Feuer», existiere seit langem nicht mehr.

Mit dem Gemeindepersonal

Die Feuerwehr Bolligen hat auf die Personalknappheit tagsüber vor ein paar Jahren reagiert, als der neue Alarmstufenplan ein­geführt wurde. Seither werde bei einem «Brand mittel» automatisch auch die Feuerwehr von Ittigen, Stettlen oder Krauchthal alarmiert, sagt Kommandant Bernhard Rüegg.

Bei der Rekrutierung von Feuerwehrleuten geht Bolligen gezielt Gemeindeangestellte an (Hauswarte, Werkhofmitarbeitende), auch wenn diese nicht in der Gemeinde wohnen. So sind für die kleineren Einsätze auch tagsüber immer genügend Feuerwehrangehörige verfügbar. Auf offiziellem Weg zwischen den Gemeinden wird die Feuerwehrpflicht respektive die Befreiung von der Ersatzabgabe geregelt.

Köniz hat Auswahl

Am anderen Ende der Skala ist die Feuerwehr Köniz. Diese kennt das Problem von zu wenig Einsatzkräften nicht, auch von der Einwohnerzahl her. Die Feuerwehr kann auf knapp 200 Angehörige zurückgreifen, die über das ganze Gemeindegebiet verteilt sind. Fünf Personen sind vollamtlich angestellt. Dazu kann sich Kommandant Markus Rüegg auf viele Hauswarte verlassen, die gemeindeeigene Liegenschaften betreuen und gut verfügbar sind.

Einen Zwang gebe es aber nicht, betont Markus Rüegg. Bei der Rekrutierung laufe viel über Mund-zu-Mund-Propaganda. Es gebe jeweils so viele Interessenten, dass nicht alle aufgenommen werden könnten.

Im Tagespikett sind zudem eine Handvoll Personen eingeteilt, die in Köniz arbeiten, aber nicht hier wohnen und pflichtig sind. Und bei grösseren Ereignissen sei die Verstärkung schnell rekrutiert, weil viele Feuerwehrleute in der nahen Stadt arbeiteten, ergänzt Markus Rüegg.

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