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Bürger besorgt über externe Entsorgung

Die Mehrzwecksammelstelle zügelt von Zollikofen nach Worblaufen. So hat das Gemeindeparlament entschieden. Das sorgt für Bedenken in der Gemeinde.

Elektroschrott und andere besondere Abfälle müssen die Zollikofner in Zukunft wohl in Worblaufen entsorgen.
Elektroschrott und andere besondere Abfälle müssen die Zollikofner in Zukunft wohl in Worblaufen entsorgen.

Sperrgut, Altöl oder Farbbüchsen: Besondere Abfälle bringen die Zollikofer seit fast 30 Jahren zur Mehrzwecksammelstelle am Lätternweg. Doch dies soll sich schon bald ändern: Das Gemeindeparlament hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, die Sammelstelle an eine private Firma in Worblaufen auszulagern.

Die Platzverhältnisse am Lätternweg sind eng, und die Verkehrssituation ist unübersichtlich. Dass sich etwas ändern muss, ist in Zollikofen wenig bestritten. Trotzdem gab die Auslagerung im Gemeindeparlament zu reden. Die Ratslinke äusserte Bedenken, eine Kernaufgabe der Gemeinde an Private auszulagern.

Auch wurde infrage gestellt, ob sich das Vorhaben ­finanziell rechnet. Fast untergegangen ist die Kritik am Wegzug der Sammelstelle nach Ittigen. Das sei ein klarer Minuspunkt, fand Marceline Stettler (GFL).

«Es beruhigt mich, dass es im Gemeindeparlament kritische Voten gab», sagt der Zollikofer Marcel Huber. Denn die Auslagerung nach Worblaufen sorge für Gesprächsstoff im Dorf. «Es beschäftigt die Menschen», sagt Huber, der gleich gegenüber der jetzigen Entsorgungsstelle wohnt.

Bis jetzt habe man dank der zentralen Lage der Sammelstelle die Entsorgung bequem erledigen können. Zum Beispiel vor oder nach dem Einkauf im Dorf. «Ich frage mich deshalb, was die Auslagerung nach Worblaufen soll?» Das sei für niemanden von Vorteil, ist sich Huber sicher.

Rudolf Gerber (SP) hat im Gemeindeparlament ähnliche Bedenken geäussert. «Die jetzige Entsorgungsstelle ist zentral und für alle gut erreichbar.» Das sei kundenfreundlich. Die neue Sammelstelle jedoch sei für ältere Leute und diejenigen ohne Auto alles andere als ideal.

Um Sperrgut geht es Gerber nicht. «Mir leuchtet ein, dass auch heute niemand einen Kühlschrank zu Fuss entsorgt.» Jedoch würde zukünftig kaum jemand für kleinere Abfälle extra den Weg nach Worblaufen auf sich nehmen. «Es wäre schade, würden Abfälle wieder vermehrt unsachgemäss entsorgt.»

Die Auslagerung bezeichnet er als Hauruckübung. Die Gemeinde gehe dabei nicht auf die Bedürfnisse der Einwohner ein, was zu einer Versorgungslücke führe. «Die Gemeinde muss noch mal über die Bücher.» Gerber schlägt vor, am bisherigen Standort eine Sammelstelle für besondere Kleinabfälle weiterzuführen – mit begrenzten Öffnungszeiten.

Postulat eingereicht

Auch Kornelia Hässig (SP) ist kritisch. Sie hat deshalb ein Postulat eingereicht. Sie fordert den Gemeinderat auf, zu prüfen, wie er allfällige Versorgungslücken schliessen will. Vorschläge liefert sie gleich mit: Beispielsweise könnte die Gemeinde ein mobiles Angebot für die Entsorgung lancieren, analog zum Ökomobil der Stadt Bern. Ein solches würde bis zu viermal im Jahr im Dorf stationiert werden.

Bis zur Gemeinde seien bisher keine Beschwerden aus der Bevölkerung durchgedrungen, sagt Bauverwalter Beat Baumann. Einem Anliegen habe die Gemeinde aber bereits Rechnung getragen: Weiterhin könnten am Lätternweg Glas und Konserven entsorgt werden. Allfällige zusätzliche Massnahmen prüfe die Gemeinde zurzeit.

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