Bundesplatz: Weltlicher Orden zelebriert Festakt

Bern

Einige hundert Personen haben am Freitag in Bern das 200-jährige Jubiläum des weltlichen Ordens der Odd Fellows gefeiert.

Hugo Kurz, Zentralpräsident Odd Fellows Schweiz, im Interview.

Die Odd Fellows werden oft in einer Reihe mit Freimaurer-Logen oder Service Clubs wie «Lions» oder «Kiwanis» genannt. Die Mitglieder des Ordens haben sich Persönlichkeitsförderung, ethisches und humanistisches Handeln sowie die Pflege der Freundschaft auf die Fahne geschrieben. Gepflegt wird eine Vision der weltweiten Verständigung zwischen Völkern und Kulturen und ein achtsamer Umgang miteinander.

«Wir sind überzeugt, dass unsere ethischen und humanen Werte heute mehr denn je Beachtung verdienen», betonte Hugo Kurz, Gross-Sire der Odd Fellows Schweiz, vor der Festgemeinde auf dem Bundesplatz.

Der Orden legt Wert auf die Feststellung, kein «Geheimbund» zu sein, deshalb habe man sich auch für eine Feier auf dem Bundesplatz entschieden. Man wolle sich der breiten Öffentlichkeit vorstellen und dabei die eigenen Werte in der Bevölkerung hervorheben, erklärte Kurz.

Die einzelnen Logen werden am 11. Mai an ihren Standorten in der Schweiz Veranstaltungen organisieren, an denen Gäste in den Räumlichkeiten empfangen werden. «Wir wollen unsere Logen bewusst öffnen und den Kontakt mit unseren Mitmenschen suchen», so Kurz. Ausserdem hat der Orden einen Wettbewerb für junge Künstlerinnen und Künstler lanciert.

Für die Feier war auf dem Bundesplatz eine überdachte Bühne aufgebaut worden, in einem Festzelt konnten die Festteilnehmenden das Geschehen auf der Bühne verfolgen.

Soziale Absicherung

Kurz erinnerte auch an die Geschichte der Odd Fellows. Im England des 18. Jahrhunderts bildeten sie eine Art Selbsthilfeorganisation von Handwerkern, namentlich um eine gewisse soziale Absicherung zu gewährleisten, denn damals fehlte die staatliche Fürsorge ebenso wie privater Versicherungsschutz. An den Treffen befasste man sich aber auch mit gesellschaftlichen oder philosophischen Fragen. Der englische Auswanderer Thomas Wildey siedelte den Orden später auch in den USA an, wo er sich weiter entwickelte. Ab 1869 folgte die Ausbreitung in Europa. In der Schweiz wurde die erste Odd Fellows-Loge 1871 in Zürich gegründet.

Mit dem 200-Jahr-Jubiläum gedenkt der Orden seiner ersten modernen Prägung. In der Schweiz gibt es aktuell zwei Frauenlogen und 25 Männerlogen der Odd Fellows. Der Orden ist politisch und konfessionell neutral.

Die Mitglieder solcher Bruderschaften, Orden oder Logen sind untereinander meist bestens vernetzt und verschwiegen. Oft wird man nur auf Empfehlung eines Mitglieds in einen Zirkel aufgenommen. Solche Merkmale führten und führen immer wieder zu Kritik von Aussen und befeuern mitunter auch Verschwörungstheorien.

sih/sda

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