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Bundesratsbunker bleibt zugesperrt

2004 bestaunten Tausende den Bundesratsbunker oberhalb Bolligen. Doch seither ist er zu, die Türen sollen sich auch künftig nicht mehr öffnen.

Designer des Bundesratsbunker bei Bolligen: Beat Kaufmann, Daniel Meer, Hansueli Siegenthaler, Ruedi Ammann (v. links).
Designer des Bundesratsbunker bei Bolligen: Beat Kaufmann, Daniel Meer, Hansueli Siegenthaler, Ruedi Ammann (v. links).
Iris Andermatt

Im Bunker bei Utzigen wollte der Berner Regierungsrat in den Achtzigerjahren einer Attacke auf die Schweiz widerstehen (siehe nebenstehenden Artikel). Nicht weit davon, in Geristein, zwischen Bolligen und Krauchthal, hätte der Bundesrat während des Zweiten Weltkriegs einen Nazi-Angriff überleben sollen. Beide Anlagen sind zwar nicht mehr geheim, aber trotzdem für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.Zwei Tage Spektakel Zwanzig Meter hoch türmen sich in Geristein senkrechte Felsen. Gedämpftes Tageslicht dringt durch die Spalten. Vom ehemaligen Bunker sind bloss noch Reste vorhanden. Gebaut wurde die Anlage um 1940 in einer künstlich erweiterten Sandsteinhöhle. Vor fünf Jahren k0nnte die Bevölkerung das Zeugnis aus finsterer Zeit besichtigen. Drei Designfirmen nutzten die Anlage zwei Tage lang für ein öffentliches Licht- und Klangspektakel. Mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher staunten. Aufwand ist riesig Für Anlässe mit Publikum öffneten sich die Eisentüren seit 2004 nie mehr. Daran wird sich künftig wohl nichts ändern. Der Bunker gehört der Immobilienfachfrau Andrea Tomio-Badertscher aus Ittigen. Das Areal gehörte ihrem vor zwei Jahren verstorbenen Vater Hans Rudolf Badertscher. Der Immobilienverwalter aus Biel hatte dem Bund das angrenzende Bauernhaus abgekauft, und da gehörte der Steinbruch dazu. Die Ruinen des Bundesratsbunkers beeindrucken. Sie fürs Publikum zu öffnen, erfordert jedoch einen riesigen Aufwand: Die Nutzer müssen den Strom mit einem Generator produzieren. Die Felsenanlage lässt sich kaum heizen. Und bloss ein schmales Strässchen führt hinauf, parkieren ist hier oben nicht möglich. «Wir öffnen den Bunker zwar weiterhin für Filmaufnahmen oder Ähnliches, verzichten aber auf öffentliche Anlässe», erklärt Daniele Tomio, der Ehemann der Besitzerin. Demontage unmöglichUrsprünglich wollte die Armee den Bunker neben dem Reduit am Gotthard als bernnahe Rückzugsmöglichkeit für die Landesregierung nutzen. Der Bundesrat traf sich hier allerdings nie zu Krisensitzungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann das Militär die Anlage zu demontieren. Weil dabei mehrmals die Decke einstürzte, gab man den Rückbau wieder auf. Deshalb sind noch Teile der Anlage erhalten.«Handgranaten-Rohrpost» Vermutlich noch betriebsbereit wäre eine «Handgranaten-Rohrpost». Oben im Bunker beginnt ein Schacht, in den die Verteidiger Granaten fallen lassen konnten. Wenn sich der Feind unten zur Bunkertüre vorgewagt hätte, wäre ihm dort ein solcher Sprengkörper vor die Füsse gerutscht und explodiert. «Vor der Benützung kontrollieren, ob der Kanal nicht verstopft ist», steht denn auch auf einer Tafel im Bolliger Bundesratsbunker.

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