Cellwar zieht von Münchenbuchsee nach Thun

Die in Münchenbuchsee beheimatete Kunststoff-Unternehmen Cellwar GmbH plant einen Neubau im Wirtschaftspark Thun-Schoren.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich die Cellwar GmbH ihren Neubau im Wirtschaftspark Thun-Schoren vorstellt.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich die Cellwar GmbH ihren Neubau im Wirtschaftspark Thun-Schoren vorstellt.

(Bild: PD)

Alle deutschsprachigen Gemeinden im Kanton liess die Cellwar GmbH anschreiben. Ihr Ziel: einen Neubau erstellen, wo die Firma weiter wachsen kann. Doch der Rücklauf war ernüchternd: Lediglich zwei Gemeinden boten Bauland an. Eine davon war Thun.

«Ich habe drei Bundesordner voller Absagen», sagt Benedikt Zenhäusern, fügt dann aber gleich an, wie «perfekt» die Parzelle im Wirtschaftspark Schoren auf die Ansprüche der über 100-jährigen Firma zugeschnitten sei.

«Thun bietet eine enorme Lebens- und Arbeitsqualität», sagt der Inhaber und Geschäftsführer der Cellwar GmbH, welche bisher in Räumen in Münchenbuchsee eingemietet war.

Und er muss es wissen: So lebt der gebürtige Walliser und frischgebackene Familienvater selber seit drei Jahren in Thun. Er betont deshalb auch, dass 36 seiner 38 Mitarbeiter den Umzug mitmachen und sich teilweise sogar hier niederlassen wollten.

«Dabei hatte ich erst ziemlichen Bammel», gibt er unumwunden zu. «Ich habe die Firma erst vor drei Jahren übernommen. Und ziehe jetzt gleich mit der ganzen Produktion an einen neuen Standort.»

Neubau für 5 Millionen

Auf der 2800 Quadratmeter grossen Parzelle im Wirtschaftspark Schoren gleich gegenüber der Stiftung Transfair plant die Cellwar GmbH beziehungsweise die eigens dafür gegründete Gwatt Immobilien AG, die auch als Baurechtnehmerin gegenüber der Stadt auftritt, einen 26 Meter breiten und 60 Meter langen, unterkellerten Neubau mit einem viergeschossigen Mehrzweckbau und einer eingeschossigen Produktionshalle.

Die entsprechenden Bauprofile werden derzeit aufgestellt, das Baugesuch ist im aktuellen Amtsanzeiger publiziert. «Wir rechnen mit Baukosten von rund 5 Millionen Franken», sagt Benedikt Zenhäusern.

Er hofft, die Bauarbeiten noch im April dieses Jahres aufnehmen und den Firmenstandort Mitte 2020 nach Thun verlegen zu können. Und hebt dabei die gute Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtliegenschaften und dem Bauinspektorat hervor.

Vermeintlicher Widerspruch

Thun habe mit dem Wirtschaftspark im kantonalen Wettbewerb überzeugt, schreibt die Stadt in ihrer gestrigen Medienmitteilung. «Ich freue mich sehr, dass sich die intensive Arbeit unserer Wirtschaftsförderung ausbezahlt hat», wird Stadtpräsident Raphael Lanz darin zitiert.

Und was meint er dazu, dass die Ansiedlung gar nicht wirklich auf die Bemühungen der Stadt zurückzuführen ist? «Wir haben uns seit der ersten Kontaktaufnahme vor anderthalb Jahren sehr engagiert», erklärt der Stadtpräsident diesen vermeintlichen Widerspruch.

Auch der Verband Wirtschaft Thun Oberland zeigte sich am Mittwoch erfreut über den neuen Betrieb im Wirtschaftspark: «Wir sind überzeugt, dass in absehbarer Zeit der Wirtschaftspark Schoren vollständig belegt sein wird», schreibt der Verband in einer Mitteilung.

Als Bewohner des angrenzenden Quartiers weiss Benedikt Zenhäusern von den Diskussionen rund um das umstrittene Projekt der Aries Libra AG, das ebenfalls im Wirtschaftspark Schoren angesiedelt werden soll und derzeit durch Einsprachen blockiert ist.

Er organisiert deshalb heute Donnerstagabend einen Informationsanlass für alle Anwohner. Und betont dabei, dass sein Betrieb ein normaler Tagesbetrieb sei und weder Lärm noch Abgase oder Abwärme verursache.

«Aus Rücksicht auf die Nachbarn haben wir beispielsweise auch ein Gebläse bewusst innerhalb des Gebäudes geplant, was in der Branche nicht üblich ist», führt er die Bemühungen der Firma aus.

Thuner Tagblatt

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