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Christophorus-Schule hofft weiter

Die Christophorus-Schule möchte im Rothusschulhaus bleiben. Sie hat die Kündigung der Gemeinde angefochten – und erhält nun Support vom Ostermundiger Parlament.

Die Christophorus-Schule ist eine heilpädagogische Tagesschule und unterrichtet im Ostermundiger Rothus 70 Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung. Seit 2009 mietet sie das Rothusschulhaus von der Gemeinde Ostermundigen. Sie hat das Gebäude für 2 Millionen Franken umgebaut und gehofft, hier bleiben zu können.

Dann ist da die Gemeinde ­Ostermundigen. Sie wächst und wächst, muss in den nächsten Jahren voraussichtlich zehn neue Schulklassen eröffnen. Dafür ist ein ganzes zusätzliches Schulhaus nötig. Eine Begleitgruppe hat nach Lösungen gesucht, und der Gemeinderat kam zum Schluss: Am besten fährt die Gemeinde, wenn sie der Christophorus-Schule auf Sommer 2021 kündigt und das Rothusschulhaus wieder selber nutzt.

Parlament will mitreden

Die Kündigung hat Enttäuschung ausgelöst, bei den Verantwortlichen der Christophorus-Schule wie bei den Eltern. Auch das Gemeindeparlament ist aktiv geworden: Am Donnerstagabend hat es mit 28 zu 0 Stimmen einen Vorstoss überwiesen, in welchem der Gemeinderat indirekt aufgefordert wird, die Kündigung nochmals zu überdenken.

Die Gemeinde könne für ihre zusätzlich benötigten Klassenzimmer auf dem Rothus-Areal zum Beispiel provisorische Modulbauten aufstellen. So könnte die Christophorus-Schule bleiben.

Gemäss dem Vorstoss muss der Gemeinderat die Varianten, die er bei der Schulraumplanung geprüft hat, dem Parlament zum Entscheid unterbreiten. Rechtlich gesehen ist in Ostermundigen aber der Gemeinderat für die strategische Schulraumplanung verantwortlich.

Das Parlament kommt erst bei den Krediten für Neu- und Umbauten von Schulraum zum Zug. Ein solcher Kredit wird auch im Rothus benötigt. «Das Parlament wird hier also so oder so mitreden können», ­erklärt Gemeinderat Henrik Schoop (FDP).

Runder Tisch

Derweil sind auch die Verantwortlichen der Christophorus-Schule aktiv geworden. Mit einer sogenannten Mieterstreckung möchten sie die Kündigung um bis zu vier Jahre herauszögern. Sie trafen sich mit der Gemeinde vor der Schlichtungsbehörde – fanden allerdings keine Lösung. Nun kann die Schule formell Klage einreichen, danach muss sich das Zivilgericht mit der Angelegenheit befassen.

André Engel, Co-Leiter der Christophorus-Schule, mag sich angesichts des laufenden Verfahrens nicht gross zum Fall äussern. Damit man auf alle Eventualitäten gewappnet sei, laufe parallel die Suche nach einem Ersatzstandort weiter. Die Gemeinde hat dabei ihre Hilfe zugesichert, hat einen runden Tisch mit Vertretern der Stadt Bern, des Kantons und der Regionalkonferenz organisiert.

Dabei kamen mehrere Ersatzstandorte zur Sprache. «Wir haben diese unvoreingenommen geprüft», schreiben die Verantwortlichen der Christophorus-Schule in einem Brief an die Eltern. «Leider entsprechen die Vorschläge nicht unseren Anforderungen.»

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