City Pub ersetzt das Kino City

Bern

Das Kino City in der Aarbergergasse wird von zwei Barkeepern übernommen: Christian Stoop und Adrian Franz wollen mit ihrem City Pub zurück zu den Wurzeln eines Gasthauses.

<b>Zwischennutzung im Kino:</b> Christian Stoop und Adrian Franz (l.).

Zwischennutzung im Kino: Christian Stoop und Adrian Franz (l.).

(Bild: PD)

Claudia Salzmann@C_L_A

Adrian Franz und Christian Stoop eröffnen ein Pub im ehemaligen Kino in der Aarbergergasse. Beide sind keine unbeschriebenen Blätter in der Berner Barszene: Franz arbeitete bis im Mai im Club Bonsoir als Chef de Bar. Christian Stoop hatte eine Führungsfunktion im Kornhauskeller, zuletzt traf man ihn in der Bar Kreissaal an.

Sie hegen die gleichen Absichten: In den letzten Jahren waren sie zu selten an der Front und damit zu wenig beim Gast. «Wir wollen wieder hin zum Handwerk und zum Persönlichen», so der 34-jährige Stoop. Und Franz fügt an: «Wir haben Sehnsucht nach dem Tresen.»

Nach alter Schule

Am altbewährten Konzept wollen sie nicht rütteln. «Das Wort Pub stammt von Public House, und genau das wollen wir mit unserem Lokal wieder schaffen», so der 36-jährige Franz. Deshalb wählten sie auch den schlichten Namen: City Pub. Es soll eine Bar nach alter Schule werden, wo man auch allein hingehen könne. Denn sie sind überzeugt: «Der Bartender hat am Tresen manchmal auch eine soziale Aufgabe.»

In England könne man die Entwicklung beobachten, dass die 24-Stunden-Läden Seven-Eleven die Pubs verdrängen. «Viele Bars gehen zu, weshalb Junge angefangen haben, sie zu übernehmen und anders zu gestalten», sagt Christian Stoop. So auch sie. Ausser dass es ein Kino ist, das nicht mehr in Betrieb ist.

Der Saal 1 ist das Herzstück, welches sie derzeit umbauen. Die 220 Sitze haben sie eigenhändig rausgeschraubt. Ihr Pub ist eine Zwischennutzung, die bis im Frühling 2021 dauern wird.

Die anderen Räume könne man mieten, beispielsweise für Firmenevents. Erste Veranstaltungen wie der Festbock-Anstich der Brauerei Felsenau sind bereits geplant, offiziell eröffnet wird das City Pub Anfang ­November. Wie die Räume aussehen, soll bis dahin eine Überraschung ­bleiben.

Classic Manhattan

Die beiden Barkeeper wollten nicht den Mixologen nacheifern, die unzählige Sachen in einen Drink mischen, «am Schluss eine Zimtstange anzünden und rundherum tanzen», sagt Stoop. Beide müssen lachen.

Die Berufskollegen kritisieren sie nicht, sondern verstehen sich selber mehr als Handwerker, die zurück zu den Wurzeln gehen, indem sie Drinks aus drei, höchstens vier Zutaten mischen. Beispielsweise einen klassischen Manhattan mit Whiskey, Wermut, Angostura und einer Kirsche. Fertig.

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