Credit Suisse schliesst Filiale in Köniz

Köniz

Die Credit Suisse wird ihre Filiale an der Schwarzenburgstrasse vorerst ohne Ersatz aufgeben. Eine neue auf dem Bläuacker ist für sie aber nach wie vor ein Thema.

Ihre Tage sind gezählt: Ende Juni schliesst die Credit Suisse die veraltete Filiale in Köniz definitiv.

Ihre Tage sind gezählt: Ende Juni schliesst die Credit Suisse die veraltete Filiale in Köniz definitiv.

(Bild: Raphael Moser)

Stephan Künzi

Ende Juni ist Schluss. Dann wird die Credit Suisse ihre Filiale an der Schwarzenburgstrasse 235 in Köniz dichtmachen. Zu veraltet sind die Räumlichkeiten und zu unpassend zu dem, was die Grossbank heute verkörpern will.

Martin Arregger, Chef des Privatkundengeschäfts in der Region Mittelland, stellt es fest, und er bestätigt auf Nachfrage: Die Geschäftsstelle wird nicht nahtlos durch eine neue abgelöst.

Das juristische Seilziehen um die Brachfläche neben der Migros Bläuacker zieht Kreise. Noch im Herbst 2016, als die Könizer Behörden dem Stimmvolk die Pläne für den sogenannten Bläuacker II schmackhaft machten, schien die Sache klar zu sein.

Nach einem Ja an der Urne entstehen hier zwei Neubauten mit Wohnungen, Laden- und Restaurantflächen sowie einer Bankfiliale. Betrieben wird diese von der Credit Suisse, die mit ihrer Credit Suisse Funds AG das Projekt auch realisiert. Und ja, die Bauarbeiten beginnen schon im Frühling 2017.

«Wir setzen unverändert auf den Standort Bläuacker.»Martin Arregger

Dumm nur, dass heute, ein Jahr später, der Platz noch immer einsam und verlassen daliegt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts machte vor Wochenfrist klar, warum das so ist.

Das Architekturbüro Reust aus dem benachbarten Café Scherz fürchtet den Mehrverkehr und geht gegen das Vorhaben juristisch vor. Weil es im wichtigsten Punkt recht bekam, muss die kantonale Baudirektion als Vorinstanz nun über die Bücher gehen. Der Baubeginn ist so in weitere Ferne gerückt.

Bis 2019 noch immer möglich

«Wir setzen unverändert auf den Standort Bläuacker.» Mit Nachdruck betont Arregger, dass sich die Credit Suisse trotz der Ver­zögerung nicht von ihren ursprünglichen Plänen abbringen lassen will. Zu gut ist die Lage im Zentrum, wo neben der Migros auch Coop mit einer Filiale geschäftet.

Der Standort im Süden der Stadt Bern ist für die Credit Suisse auch aus einer generelleren Optik wichtig: Von Köniz aus betreut sie ein weitläufiges Gebiet, das bis Schwarzenburg und sogar noch darüber hinaus reicht.

Warum dann der Schnitt auf Ende Juni, ohne dass Ersatz vorhanden ist? Arregger hält nochmals fest, dass die Credit Suisse ein zeitgemässes Auftreten pflege und dazu das überholte Interieur der heutigen Filiale Köniz nicht mehr passe.

Im Übrigen ­lasse die Bank den Standort auch in der nun nahenden Zeit des Übergangs nicht einfach fallen. Das Personal aus Köniz werde einfach in Bern arbeiten und die Beratungsgespräche entweder dort führen oder aber die Kunden daheim besuchen. Auch Bargeld will die Credit Suisse weiterhin vor Ort anbieten. Der Bancomat am heutigen Standort bleibt in Betrieb.

Sieben bis acht Minuten im Bus in die Stadt zu fahren, sei heutzutage kein Thema mehr, zumal viele Leute ohnehin dort arbeiteten, sagt Arregger dazu. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Geschäft mit dem Bargeld je länger je mehr über die digitalen Kanäle läuft, was für Köniz nicht ohne Folgen bleibt: Den Schalter für Ein- und Auszahlungen werde die Credit Suisse hier wohl nicht wieder eröffnen, kündigt er an. Die Filiale auf dem Bläuacker werde sich auf die Beratertätigkeit konzentrieren.

Falls sie ihre Tätigkeit irgendwann tatsächlich aufnimmt. ­Arregger ist zwar guten Mutes, redet davon, dass eine Eröffnung bis Mitte 2019 nach wie vor möglich ist, sollte die Baubewilligung bis in zwei, drei Monaten eintreffen. Und wenn nicht? Noch steht für ihn dieses Szenario nicht im Vordergrund. Trotzdem macht er bereits klar: Sollte sich die Über­bauung auf dem Bläuacker über Gebühr verzögern, würde die Credit Suisse nach Alternativen suchen müssen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt