Das Bierhübeli von Bern-West

Im Sternensaal steht die wichtigste Bühne des Bümpliz-Bern-Jubiläumsfests von morgen Samstag. Pächter Gabriel Schindler ist dem Saal seit Jahren nahe.

Der Chef des Sternensaals: Gabriel Schindler. Foto: np

Der Chef des Sternensaals: Gabriel Schindler. Foto: np

Claudia Salzmann@C_L_A

Gabriel Schindler ist locker drauf und stellt sich als Gäbu vor. Am Gurt hängt sein Handy, über das er jederzeit Licht, Technik und Kameras im Saal steuern kann. Auf der Treppe nimmt er zwei Stufen auf einmal, und mit Stolz zeigt der Pächter den Sternensaal, die wichtigste Bühne des Bümpliz-Bern-Jubiläumsfests von morgen Samstag. Der Saal ist zwar ans Restaurant Sternen angebaut, funktioniert seit 1985 aber unabhängig, wie Gabriel Schindler betont.

Nach einer Elektrikerlehre eröffnete Schindler 1979 beim Tscharnergut die Diskothek Medora. Später führte er mit einem Kollegen eine Eventagentur, heute besitzt er eine eigene EDV-Firma. Dem Sternensaal ist er immer nah. Reservationen nimmt er persönlich entgegen, pro Jahr für ungefähr 100 Events. Die Miete von 1600 Franken für Raum und Technik sei moderat: «Wenn ich mit einem Anlass Geld verdiene, investiere ich das in Technik oder Mobiliar im Saal. Oder in einen meiner eigenen Anlässe.»

Für Wirtstochter gebaut

Der Saal erinnert mit den Stuckaturen und dem Balkon ein wenig ans Bierhübeli in der Länggasse. Ähnlich war auch sein Ruf als toller Veranstaltungsort für Rockkonzerte: Hier traten Grössen wie Span oder Young Gods auf. Gebaut wurde der Saal 1928 für eine Tochter der Wirte­familie Willy, sie wollte Theater spielen. Später wurde er als Kinosaal genutzt, und als noch nicht alle einen Fernseher hatten, schaute man hier gemeinsam die Nachrichten. 1985 schlossen sich 45 Vereine zum Trägerverein Sternen-Saal Bümp­liz zusammen.

2013 holten die Vereine Schindler als Präsidenten ins Boot. «Mir war klar, dass ich freie Hand bei Anschaffungen und der Auswahl an Events brauchte, um den Raum wieder füllen zu können», sagt er. Heute ist er alleiniger Pächter, die Spannbreite der Anlässe reicht musikalisch von Örgeli über chilenische Konzerte bis hin zu Headbangern, politisch von den Juso bis zur SVP. Schindler hat eine klare Linie: Geburtstage, Hochzeiten und private Anlässe unterbindet er strikt, zu schlecht waren die Erfahrungen. «Nach einer Hochzeitsfeier war alles überstellt, die Küche voll mit Müll. Nur zwei Personen halfen beim Aufräumen, aber auch die Rechnung wollte niemand bezahlen.»

Es klappt auch mit Nachbarn

Als Schindler den Saal übernahm, sei jede zweite Lampe kaputt gewesen, und die Lautsprecher hätten gescheppert. Inzwischen ist er für alle Eventualitäten ausgerüstet. Anlässe bis zu 100 Dezibel seien kein Problem, die Fenster wurden mit Doppelglas verstärkt. Das Verhältnis zu den Anrainern pflegt er mit offener Kommunikation. «Sie rufen zuerst mich an, nicht die Polizei.» Und das komme selten vor. «Bei heiklen Anlässen bleibe ich aber lieber selber vor Ort», sagt Schindler.

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