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Das neue Quartier erzeugt Energie

Das Zauberwort heisst Plusenergie: Im Ried bei Niederwangen werden 250 Wohnungen so gebaut, dass der Energiesaldo positiv ausfällt.

Rita Haudenschild, Verfechterin von Plusenergie.
Rita Haudenschild, Verfechterin von Plusenergie.
Urs Baumann

Ein Quartier, das mehr Energie produziert als verbraucht? Was für viele reichlich utopisch klingen mag, soll in Köniz Realität werden. Plusenergie lautet das Schlagwort, mit dem auch der Kanton auf die Pionierhaftigkeit des Vorhabens hinweist: Im Ried bei Niederwangen entstehen auf dem grösstenteils der Gemeinde zugeordneten Baufeld rund 250 Wohnungen, die nicht nur über eine ausgeglichene, sondern eben über eine positive Energiebilanz verfügen.

Die Situation:

Angepasster Lebensstil

Das sei alles andere als unrealistisch, betont Gemeinderätin Rita Haudenschild, grüne Direktionsvorsteherin Umwelt und Betriebe. Sie tut es nicht zuletzt mit einem Blick auf ihr eigenes Haus. Das für die 1950er-Jahre so typische Gebäude habe sich nur bedingt energetisch sanieren lassen. Wärmepumpen zum Heizen und Fotovoltaik für den Strom seien zwar möglich gewesen, nicht aber eine dicke Dämmung nach heutigen Standards. Und doch: «Schon so», sagt Haudenschild, «erzeugen wir mehr Energie, als wir brauchen.»

Dass dies im Ried nun nicht nur in einem Einzelgebäude so sein soll, sondern gleich in einem ganzen Quartier, ist das eigentlich Neue am Projekt. Wobei die Wärmepumpen, die Fotovoltaik und die moderne Isolation nur Bausteine eines grösseren Ganzen sind: Weil die Wohnungen auch den Ansprüchen der 2000-Watt-Gesellschaft genügen sollen, sind etliche weitere Massnahmen geplant. Sie beeinflussen den Lebensstil so, dass der angepeilte Energieverbrauch von 2000 Watt pro Person wirklich erreicht werden kann.

Eine attraktive Umgebung lädt dazu ein, die Freizeit in der Nähe zu verbringen. Und nicht für jede Aktivität wegzufahren.

Zentral ist der gute Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig verfügt nicht mehr jede Wohnung über einen eigenen Parkplatz. Das soll dazu führen, dass nicht mehr alle Bewohner ein eigenes Auto besitzen. Ein Quartierzentrum mit integriertem Laden verhindert Einkaufsfahrten zu den Grossverteilern in Köniz oder am Berner Stadtrand. Eine attraktive Umgebung lädt dazu ein, die Freizeit in der Nähe zu verbringen. Und nicht für jede Aktivität wegzufahren.

Investor gesucht

Wie das neue Quartier aussehen wird, ist seit gestern ein schönes Stück konkreter als bisher. Behördenvertreter und Fachleute haben den Architekturwettbewerb entschieden und den Vorschlag des Büros Bob Gysin & Partner aus Zürich zum Sieger erkoren. Es besteht aus «sechs starken, plastisch durchgeformten Baukörpern», wie das Preisgericht im Schlussbericht lobend festhält. Je zwei dieser Komplexe gruppieren sich um einen Innenhof, sie bilden drei Bereiche mit Eigentumswohnungen, konventionellen Mietwohnungen sowie mit preisgünstigen Mietwohnungen gemeinnütziger Bauträger.

Läuft alles nach Plan, fangen die Bauarbeiten 2021 an. Zuvor sucht Köniz in einem weiteren Wettbewerbsverfahren für die Überbauung noch den Investor. Die ersten Schritte sind eingeleitet, im Rennen sind, so Gemeinderat Urs Wilk (FDP), «vier namhafte Generalunternehmen». Sie werden der Gemeinde, die das Land nur im Baurecht abgibt, einen Zins offerieren. Wilk ist zuversichtlich, dass sich der mit den energetischen Vorgaben verbundene Aufwand darauf nicht negativ auswirkt. Im Gegenteil: Umweltverträgliches Wohnen sei im Markt sehr gefragt.

Das Baufeld der Gemeinde ist nur ein Teil der neuen Siedlung Ried, die den bestehenden Teil im Osten ergänzt und am Ende rund 2000 Leute neu nach Köniz bringen soll. Die ersten Häuser sind bereits im Bau.

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