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«Das sind Gewalttouristen»

Sportklubs können gegen renitente Fans ein Stadionverbot verhängen. Die Polizei kann Rayonverbote gegen Hooligans aussprechen. Doch die Gewalttouristen kümmert das nicht: Sie randalieren einfach bei Auswärtsspielen weiter.

Gegen zwei Dutzend gewaltbereite Fans hat der SC Bern vergangene Saison ein Stadionverbot ausgesprochen. Zwei weitere sind in dieser Saison dazugekommen. YB hat 23 Hooligans vorläufig den Zugang zum Stadion verwehrt.

Das hat dazu geführt, dass es in den Stadien meist relativ sicher ist – von einigen Ausnahmen abgesehen. Doch es führt auch dazu, dass die Hooligans ausserhalb des Stadions und bei Auswärtsspielen randalieren. Su Elsener, die Fanbetreuerin des SCB, spricht jedenfalls von einem «eigentlichen Gewalttourismus, der in letzter Zeit stattgefunden hat».

Einschlägig bekannt

So hat mindestens einer der am Samstag beim Eishockeyspiel Biel-Bern festgehaltenen Fans derzeit ein Stadionverbot. Von den YB-Fans, die am vergangenen Sonntagnachmittag zum Cupspiel zwischen Malley und Sion nach Lausanne gereist waren, um sich dort mit Sion-Fans zu prügeln, sind gleich mehrere in der Fanszene einschlägig bekannt.

Zwar versuchen die Vereine durch den eigenen Sicherheitsdienst und zusammen mit zivilen Spottern der Polizei die Rädelsführer frühzeitig zu identifizieren. Ausserdem werde versucht, gewaltbereite Fans daran zu hindern, im offiziellen Fanzug mitzufahren oder mitzumarschieren, wie SCB-Sicherheitschef Peter Bischoff sagt.

Doch beim Eishockeyspiel zwischen Biel und Bern am vergangenen Samstag waren die gewaltbereiten Fans schon Stunden vor Matchbeginn angereist. Zu den schwersten Ausschreitungen war es vor allem ausserhalb des Stadions und in den Bussen der Bieler Verkehrsbetriebe gekommen.

Bern: Acht Rayonverbote

Im Kanton Bern ist die Kantonspolizei für die Verfügung von Rayonverboten zuständig. Derzeit liegt in der Stadt Bern gegen acht Personen ein solches Rayonverbot vor, das ihnen verbietet, sich im Bereich zwischen PostFinance-Arena, Stade de Suisse und S-Bahnhof Wankdorf aufzuhalten.

In Zusammenarbeit mit anderen Kantonen führt die Stadtpolizei Zürich eine Zentralstelle für Hooliganismus. Diese kann ebenfalls Rayonverbote aussprechen. Laut Stadtpolizei Zürich sind in der Stadt Zürich rund 90 Personen aus dem Umfeld der Zürcher Sportklubs vom Rayonverbot betroffen. In Basel sind es 14 Personen.

Hooligans im Land

In der Schweizer Hooligan-Datenbank, die vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) verwaltet wird, sind 475 gewaltbereite Personen registriert (Stand: 28. Oktober 2008). Derzeit gelten in der gesamten Schweiz für 143 gewaltbereite Fans Rayonverbote. 210 Hooligans haben Stadionverbot.

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