Das Tram kommt früher als der S-Bahn-Halt

Kleinwabern

Viele gingen bisher davon aus, dass Tram­wendeschleife und S-Bahn-Halt auf dem Balsigergut gleich­zeitig gebaut werden. Doch nun ist klar: Das Tram hat Vorsprung.

Die Tramlinie 9 wird nach Kleinwabern verlängert.

Die Tramlinie 9 wird nach Kleinwabern verlängert.

(Bild: Urs Baumann)

Bisher schien die Sache einigermassen klar zu sein. Wenn dereinst das Tram von Wabern nach Kleinwabern fährt, macht direkt an der neuen Wendeschleife auf dem Balsigergut auch die S-Bahn halt. Am Gleis der bestehenden BLS-Linie wird ein Bahnhof gebaut, der allen voran den Pendlern aus dem Gürbetal dient. Sie können an diesem neuen Umsteigeknoten am Stadtrand auf das Netz der Verkehrsbetriebe Bernmobil wechseln.

Doch so weit ist es noch lange nicht. Die BLS will zwar bereits in den nächsten Monaten mit dem Bau der Doppelspur in diesem Bereich beginnen und gleichzeitig auch den heutigen Bahnhof in Wabern von Grund auf modernisieren. Das kostet rund 70 Millionen Franken.

Am Montag wird sich nun auch noch das Könizer Parlament mit dem Geschäft befassen. Zur Debatte steht ein 2,4-Millionen-Kredit. Über ihn will die Gemeinde verschiedene Bauten finanzieren, die in direktem Zusammenhang mit dem BLS-Projekt stehen.

Der geplante Bahnhof Kleinwabern muss allerdings noch warten. Die Bahn spart lediglich den nötigen Platz aus – auch wenn ein nachträglicher Bau ­teurer zu stehen kommen wird.

Tram hat Priorität

Wieso das, wo doch die Tramverlängerung eben erst neuen Schub erhalten hat? Im Januar wurde bekannt, dass nach der Gemeinde und dem Kanton, die ihre Bei­träge längst gesprochen haben, nun auch der Bund das Vorhaben für dringlich hält und mitfinanzieren will. Er stufte das 69-Millionen-Projekt von der Priorität B in die Priorität A hoch – vorerst aber nur provisorisch. Den de­finitiven Entscheid fällen die eidgenössischen Räte im Frühling 2019, und dann soll es mit der ­Planung zügig vorangehen.

Der Bahnhof Kleinwabern dagegen rangiert auf der Prioritätenliste weiter nur in der Kategorie B und wird damit später gebaut. Wohl erst irgendwann zwischen 2030 und 2035.

Die kantonale Verkehrsdirektion geht trotzdem davon aus, dass in Kleinwabern sowohl das Tram wie auch der S-Bahn-Halt kommen. Entsprechend will sie beide Projekte weiterhin vorantreiben: «Der Kanton sieht keine Veranlassung, diese koordinierte Planung infrage zu stellen.»

Notfalls wäre das Tram auch ohne S-Bahn-Halt denkbar, wie die Direktion weiter schreibt. Und: Erst das Tram schaffe «aus verkehrlicher Sicht die Voraussetzungen für die Einzonung des Balsigerguts». Die Matte könnte dann, wie schon länger diskutiert, überbaut werden – und das wiederum erhöht die Chancen darauf, dass der Bahnhof doch noch gebaut wird.

skk

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