Das Weyerli erhält eine Eishalle

Die Stadt Bern will die Sport- und Freizeitanlage Weyermannshaus sanieren und umgestalten. Teil der Pläne ist ein gedecktes Eishockeyfeld.

Im Weyermannshaus soll das Feld für den freien Eislauf in eine Hockeyhalle umgenutzt werden. Foto: Michael Schneeberger

Im Weyermannshaus soll das Feld für den freien Eislauf in eine Hockeyhalle umgenutzt werden. Foto: Michael Schneeberger

Christoph Hämmann

Jahrelang war ein gedecktes Eisfeld im Weyermannshaus im Westen der Stadt Bern nur eine Option, die vielleicht irgendwann umgesetzt werden könnte. Jetzt ist es so weit, wie aus den Unterlagen zu einem Projektwettbewerb hervorgeht, die am Mittwoch publiziert worden sind. Im Wettbewerb, für den sich Planerteams bis Anfang März bewerben können, soll die Sport- und Freizeitanlage Weyermannshaus weiter entwickelt werden.

Dazu gehört laut der Ausschreibung die grundlegende Sanierung und teilweise Umgestaltung der bestehenden Anlageteile sowie der Aussenräume – und, eben: der Neubau einer Eishalle.

«Betrieblich bietet eine Halle grosse Vorteile.»Christian Bigler, Leiter Sportamt Stadt Bern

«Die Halle ist schon lange ein Thema», sagt Christian Bigler, der Leiter des städtischen Sportamts. Dynamik in das Thema kam vor zwei Jahren, als sich abzeichnete, dass die Realisierung eines Eishockeyclusters auf der Allmend mit einer zusätzlichen Eishalle auf dem Aussenfeld neben der Postfinance-Arena nicht möglich ist. Also entschied die Stadt, im Weyerli ein zweites Eishockeyfeld einzurichten und mindestens für ein Feld eine Halle zu prüfen.

Lärmriegel zum Quartier

Betrieblich biete eine Halle «grosse Vorteile», sagt Sportamtsleiter Bigler und meint damit vor allem den wetterunabhängigen Trainings- und Spielbetrieb, der im Weyerli künftig möglich sein wird. Zudem habe eine Machbarkeits­studie gezeigt, dass nur schon aus Lärmgründen mindestens eines überdacht werden müsste, sobald es auf der Anlage zwei Eishockeyfelder hätte.

Verbliebe auf der anderen Seite der Stöck­ackerstrasse ein Industrieareal, wäre die Lärmfrage weniger akut. Bekanntlich soll aber auch dieses Areal zu einer Wohnsiedlung entwickelt werden. «Deshalb wird wohl das westliche ­Hockeyfeld gedeckt sein und so zur Strasse und zur Überbauung hin gleich noch als Lärmriegel für das andere Feld funktionieren», so Bigler.

Dass sich Wohnen und Eis­hockey – mindestens in einer zunehmend lärmempfindlichen Gesellschaft – nur schlecht vertragen, zeigten die Reklamationen bei der dritten Eisanlage in der Stadt Bern, der Ka-We-De im Kirchenfeld. Auch deshalb soll dort dereinst nur noch im kleinen Stil und ohne Ausrüstung Eishockey möglich sein.

Der Trainings- und Matchbetrieb auf der Ka-We-De kann laut Bigler aber erst dann verschoben werden, wenn das Weyerli über das zweite Feld verfügt. Danach werde im Weyermannshaus freies Schlittschuhlaufen nur noch ausserhalb des Hockeybetriebs möglich sein, während sich die schöne Ka-We-De-Anlage auf ebendieses Schlöfle spezialisieren werde. Bis es so weit ist, dauert es laut Bigler noch vier bis sechs Jahre.

Freibad wird ökologischer

Noch vor dem Bau des zweiten Hockeyfelds soll das Freibad im Weyermannshaus saniert werden. Laut der im vergangenen April verabschiedeten Wasserstrategie der Stadt wird im riesigen Becken durch die Abdichtung und die Filterung sowie eine verbesserte Wasserbehandlung künftig ein umweltfreundlicherer Betrieb möglich sein.

Laut Bigler ist zudem ein neuer Kreislauf des Wassers zwischen Sommer- und Winter­betrieb geplant, der zu einer deutlichen Reduktion des Wasserverbrauchs führen werde. Der Baukredit für die Sanierung des Freibads soll 2020 vor das Volk kommen.

Berner Zeitung

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