«Das wird eine riesige Herausforderung»

Bolligen

Die Gemeindeversammlung Bolligen übte am Dienstag Kritik am Gemeinderat: Dieser habe im Pensionskassendebakel ungenügend informiert.

«Ja, es sind Fehler passiert», so Rudolf Burger Gemeindepräsident von von Bolligen.

«Ja, es sind Fehler passiert», so Rudolf Burger Gemeindepräsident von von Bolligen.

(Bild: Andreas Blatter)

Markus Zahno

Die SVP Bolligen hatte bereits im Vorfeld Druck gemacht. Das Schweigen um das 36-Millionen-Loch in der Pensionskasse Bolligen-Ittigen-Ostermundigen (PVS BIO) müsse ein Ende haben, schrieb die Partei in einer «öffentlichen Aufforderung» an den Bolliger Gemeinderat. Dieser solle nun endlich sagen, was Sache sei.

Das taten die Behörden am Dienstag an der Gemeindeversammlung denn auch. Zuerst mussten sie aber noch einige Kritik einstecken. Sie hätten «zu nonchalant» auf die Probleme der Pensionskasse reagiert, hiess es. Und SP-Präsident Thomas Zysset erklärte: «Der Gemeinderat hätte offensiver, klarer und früher informieren müssen.»

Es reiche nicht, wenn die PVS BIO den Jahresbericht auf ihrer Website aufschalte. Deutliche Töne wählte auch Hans Flury, Präsident der Geschäftsprüfungskommission. «Die PVS BIO hat zu wenig Vermögen, schon nur um den Deckungsgrad zu halten. Geschweige denn, um ihn zu erhöhen.» Die Sanierung werde zu einer «riesigen Herausforderung».

Beide Seiten müssen zahlen

«Ja, es sind Fehler passiert», erklärte Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen Parteilos), der seit 2009 auch im Stiftungsrat der PVS BIO sitzt. «Man vertraute wohl zu lange darauf, dass die Kasse wieder gesunden würde.» Ein Ausschuss sei nun daran, ein Sanierungspaket auszuarbeiten.

Dieser prüft verschiedenste Optionen, etwa den Anschluss an eine grössere Pensionskasse und den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat. Klar sei schon jetzt: Die Gemeinde Bolligen als eine der betroffenen Arbeitgeberinnen komme nicht darum herum, Geld in die PVS BIO einzuschiessen. Aber auch die gut 600 versicherten Arbeitnehmer müssten wohl weitere Sanierungsbeiträge leisten.

Ja zum Budget

Im Budget 2015 hatte der Bolliger Gemeinderat einen ersten Sanierungsbeitrag von 400'000 Franken aufgeführt – in der Rubrik «Investitionen». Ein solcher Sanierungsbeitrag gehöre aber in die laufende Rechnung, erklärte Hans Flury von der Geschäftsprüfungskommission. Der Gemeinderat sah das ein und strich die «Investition». Der Bolliger Sanierungsbeitrag für die PVS BIO wird später in der laufenden Rechnung erscheinen.

Das Bolliger Budget 2015 sieht bei einem Umsatz von gut 31 Millionen ein Defizit von knapp 700'000 Franken vor. Es wurde von der Gemeindeversammlung gestern ohne Widerstand genehmigt.

Berner Zeitung

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