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Dem Sternen fehlt noch Geld

Kurz vor dem Ziel tauchen für die IG Sternen Detligen noch einmal Probleme auf: Die Bank will ihr Kapital nicht als Eigenmittel akzeptieren. Der Umbau des Gasthofs ist damit in Gefahr.

Schliesst der Sternen, gibt es in der Gemeinde Radelfingen kein Dorfrestaurant mehr. Eine AG schlägt vor, die Liegenschaft zu kaufen.
Schliesst der Sternen, gibt es in der Gemeinde Radelfingen kein Dorfrestaurant mehr. Eine AG schlägt vor, die Liegenschaft zu kaufen.
Stefan Anderegg
Architekt Andreas Bähler schätzt den Kaufpreis insgesamt auf 1,43 Millionen.
Architekt Andreas Bähler schätzt den Kaufpreis insgesamt auf 1,43 Millionen.
Stefan Anderegg
Auf der Schopfparzelle auf der Gegen­seite der Hauptstrasse könnte die Gemeinde Radelfingen mehr Parkplätze schaffen für das dahinterliegende Gemeindehaus. Mit diesem Erwerb würde die Gemeinde Radelfingen die künftige AG um diese Summe entlasten.
Auf der Schopfparzelle auf der Gegen­seite der Hauptstrasse könnte die Gemeinde Radelfingen mehr Parkplätze schaffen für das dahinterliegende Gemeindehaus. Mit diesem Erwerb würde die Gemeinde Radelfingen die künftige AG um diese Summe entlasten.
Stefan Anderegg
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Eigentlich hat die IG Sternen Detligen genügend Geld in Aussicht: Für 1,1 Millionen Franken werden in naher Zukunft Aktien gezeichnet. In diesem Betrag sind 200 000 Franken der Gemeinde Radelfingen enthalten, die ebenfalls in Aktien umgewandelt werden. Und es sind für 300'000 Franken Darlehen zugesichert, auch da ist die Gemeinde mit 200'000 Franken dabei.

Doch in diesen Darlehen liegt das Problem. Die Banken wollen das Geld nicht den Eigenmitteln der IG oder der künftigen AG zurechnen, weil es ja nur geliehen sei. «Wir haben mit zwei Banken verhandelt und von beiden diesen Bescheid erhalten», sagt Martin Jaberg vom Projektteam.

Kauf ist gesichert

Laut Jaberg ist der Kauf des Gasthofes an der Hauptstrasse in Detligen gesichert, sind die dafür nötigen 1,3 Millionen Franken vorhanden. Doch mit dem Geld für den Umbau des Hauses harzt es. «Wir brauchen Hypotheken von der Bank», so Jaberg. 350 000 Franken müssten in die Gastronomie investiert werden. Restaurant, Küche und Saal hätten eine Auffrischung nötig.

Oben im Haus will die IG Wohnungen realisieren. «Wir brauchen diese Mieteinnahmen dafür, die Restaurantpacht möglichst tief zu halten», erklärt Jaberg. Darum könne man nicht einfach auf den Einbau dieser Wohnungen verzichten.

Die IG muss sich aus diesem Grund noch einmal mächtig anstrengen, um zu mehr Geld zu kommen. Sie sucht darum weiterhin nach Investoren. Man ­habe die Erfahrung gemacht, schliess Jaberg, dass sich die Banken nicht gerne in der Gastronomie engagierten.

Die AG wird bald gegründet

In der IG ist man nach wie vor optimistisch. Am 5. Mai wird die AG gegründet, und am 1. Oktober dieses Jahres soll der Sternen Detligen wiedereröffnet werden. «Daran glauben wir, und das schaffen wir auch», ist Jaberg überzeugt. Bis dahin muss die Sanierung der Restauranträume über die Bühne gegangen sein. Die Wohnungen im Obergeschoss werden, wenn alles gut geht, in einem weiteren Schritt realisiert.

Die IG wurde vor fast einem Jahr aktiv, als im Dorf bekannt wurde, dass nach dem Schwanen und dem Löwen auch der Sternen und damit die letzte Dorfbeiz geschlossen werden sollte. Die Besitzerfamilie Walther fand keine Nachfolger und entschloss sich, die Liegenschaft an eine Baufirma zu verkaufen. Das rief einige der Dorfbewohner auf den Plan. Die Suche nach Verbündeten war erfolgreich, auch die Gemeinde Radelfingen machte mit.

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung genehmigten die Stimmberechtigen die Pläne des Gemeinderats: 100'000 Franken für den Kauf eines Teils der Schopfparzelle auf der Gemeindehausseite der Strasse. Dazu 200'000 Franken für den Aktienkauf und die gleiche Summe als Darlehen. Die IG legte einen guten Start hin. Jetzt gilt es für sie, die letzten Meter vor dem Ziel noch durchzustehen.

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