Der Kanton Bern erhält eine neue Gemeinde

Kirchenthurnen, Lohnstorf und Mühlethurnen schliessen sich per 1. Januar 2020 zur Gemeinde Thurnen zusammen. Die Stimmberechtigten der drei Gemeinden haben dazu am Sonntag grünes Licht erteilt.

Sie freuen sich: Christian Kneubühl, Barbara Zürcher und Dora Haslebacher (v.l.).

Sie freuen sich: Christian Kneubühl, Barbara Zürcher und Dora Haslebacher (v.l.).

(Bild: Enrique Muñoz García)

Johannes Reichen

Spannung lag keine mehr in der Luft des Kirchgemeindehauses von Kirchenthurnen. Zu klar war, dass die drei Gürbetaler Gemeinden Mühlethurnen, Kirchenthurnen und Lohnstorf Ja sagen würden zur Fusion ab dem Jahr 2020. Es war nur noch der letzte Schritt auf dem Weg zur neuen Gemeinde, eine Formsache.

Mühlethurnens Gemeindepräsident Christian Kneubühl (SVP) war trotzdem froh und verkündete: «Die Gemeinde Thurnen ist geboren.» Rund hundert Personen aus den drei Gemeinden waren am Sonntagnachmittag zur kleinen Feier erschienen.

An der Urne hatten die Stimmberechtigten über drei Dokumente befinden müssen. Der Fusionsvertrag, das Fusions- und das Organisationsreglement wurden klar gutgeheissen. Am meisten Widerstand kam noch aus Lohnstorf, das war zu erwarten gewesen.

Aber auch dort stimmten rund drei Viertel den Vorlagen zu. Es gebe im Dorf Leute, die schon lange da wohnten und mitredeten, die gegen die Fusion seien, sagte Gemeindepräsidentin Dora Haslebacher (parteilos). «Aber die grosse Mehrheit haben wir hinter uns.» Das zeige auch die hohe Stimmbeteiligung.

In Kirchenthurnen und Mühlethurnen waren es jeweils über 90 Prozent. «Das ist eine Bestätigung und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg waren», sagte Kirchenthurnens Gemeindepräsidentin Barbara Zürcher (parteilos).

Fast 2000 Einwohner

Die neue Gemeinde zählt gegen 2000 Einwohner. Die Verwaltung mit rund 300 Stellenprozent liegt in Mühlethurnen. Die Angestellten erhalten auch in der neuen Gemeinde eine Stelle, jedenfalls jene, die das wollen. Die Steueranlage wird bei 1,75 bis 1,80 Einheiten liegen. Ab Mitte 2022 werden alle schulpflichtigen Kinder den Kindergarten und die Primarstufe in der Gemeinde be­suchen. Auch das Schulhaus ­Kirchenthurnen wird erhalten bleiben.

Während der ersten beiden Jahre wird der bisherige Mühle­thurner Gemeinderat mit den beiden heutigen Gemeindepräsidentinnen aus Kirchenthurnen und Lohnstorf ergänzt. Sie werden die Ressorts Liegenschaften respektive Integration übernehmen. Ab dem Jahr 2022 wird Thurnen dann von einem neuen, siebenköpfigen Gemeinderat regiert.

Bis zum Start der neuen Gemeinde im nächsten Jahr bleibe noch viel zu tun, sagte Kneubühl. Aber er ist der Meinung, dass für die Bevölkerung keine grosse Umstellung geben wird – auch nicht emotional.

«Die Bevölkerung gehört zusammen und tickt gleich.»Christian Kneubühl, Gemeindepräsident Mühlethurnen

«Die Bevölkerung gehört zusammen und tickt gleich.» Bei der Feier im Kirchgemeindehaus waren denn auch Bewohner aus allen drei Dörfern anwesend. Dort lag zwar keine Spannung in der Luft, dafür bald der Geruch von Weisswein.

Resultate Fusionsvertrag. Kirchenthurnen: 120 Ja (95,2%), 6 Nein (4,8%), Stimmbeteiligung: 59,9%. Lohnstorf: 94 Ja (77,7%), 27 Nein (22,3%), SB: 69,9%. Mühlethurnen: 440 Stimmen (92,4%), 36 Nein (4,8%), SB: 43,7%. Fusions- und Organisationsreglement wurden mit ähnlichen Resultaten genehmigt.

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