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Der Notfall mitten im Quartier

Seit fünf Jahren bietet das Privatspital Salem einen 24-Stunden-Notfalldienst an. Die Abteilung ist klein, aber im Quartier verwurzelt. 18'000 kranke oder verletzte Personen werden pro Jahr in den drei Hirslanden-Notfällen betreut.

Chefarzt Peter Rupp hat nicht häufig so viel Zeit zum Ausruhen. Das Salem-Notfallzentrum mitten im Quartier wird rege genutzt.
Chefarzt Peter Rupp hat nicht häufig so viel Zeit zum Ausruhen. Das Salem-Notfallzentrum mitten im Quartier wird rege genutzt.
Susanne Keller

Es ist ruhig an diesem Montagmorgen im Notfallzentrum des Salem-Spitals. Von den sechs durch Vorhänge abgetrennten Betten ist nur gerade eines besetzt: Ein junger Mann ist wegen seiner starken Rückenschmerzen vorbeigekommen. Er wird untersucht und kann wenig später mit Schmerzmedikamenten nach Hause geschickt werden.

Seit fünf Jahren bietet das Privatspital Salem, das mit den Kliniken Beau-Site und Permanence zur Hirslanden-Gruppe gehört, einen 24-Stunden-Notfalldienst an. Geleitet wird er von Peter Rupp. Der Chefarzt, ein Münchner, hat das Notfallzentrum seinerzeit aufgebaut. Das sei ein logischer Schritt gewesen. Denn: «Das Salem beherbergt die zweitgrösste Orthopädie-Abteilung der Schweiz, und bei uns werden jährlich über 1000 Babys geboren.» Eine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung sei zudem «die Eintrittspforte zu einem Spital».

Klein, aber im Quartier

18'000 Menschen nutzen diese Eintrittspforte jährlich in den drei Hirslanden-Spitälern. Zum Vergleich: Im Notfall des Inselspitals werden 28'000 Patientinnen und Patienten behandelt. «Unsere Notfall-Abteilung ist also eher klein», sagt Chefarzt Rupp. Klein, aber im Quartier stark verwurzelt. «Und wir können die meisten Notfälle selber behandeln.» Direkt in die Uniklinik eingeliefert werden Patienten mit schweren Schädel-/Hirntraumata, schwer Mehrfachverletzte oder Kinder.

Hochbetrieb ab Freitag

Nicht immer ist es im Salem-Notfall so ruhig wie an diesem Vormittag. Von Freitagnachmittag und übers Wochenende herrscht Hochbetrieb. Die Patienten liefern sich entweder selber ein oder werden von der Sanitätspolizei vorbeigebracht. Grundsätzlich wählt der Patient, in welches Spital er eingeliefert werden will. Kann sich eine kranke oder verletzte Person nicht mehr äussern, entscheidet die Nähe eines Spitals oder seine Spezialisierung. Im Salem landen viele Orthopädie-Notfälle, weil die Klinik auf diesem Gebiet einen guten Ruf hat.

So auch der zweite Notfall an diesem Morgen. Eine Frau klagt über starke Knieschmerzen. Auch sie hat sich direkt an die Notfallabteilung gewandt. «Es kommt immer häufiger vor, dass Kranke oder Verletzte direkt zu uns kommen», sagt Rupp. Viele Menschen hätten gar keinen Hausarzt mehr oder fänden ein Spital schlicht praktischer: «Hier können alle Untersuchungen an einem Ort gemacht werden, die Laborergebnisse liegen rasch vor», sagt der Chefarzt.

«Patient entscheidet»

Gibt das nicht Probleme? «Ich finde es richtig, dass der Patient selber entscheidet, wohin er gehen will», sagt Rupp. Wer heute rund um die Uhr Pizza bestellen könne, wolle eben auch rund um die Uhr einen Arzt aufsuchen können, meint er.

Zirka 17 Prozent der Personen, die in den Salem-Notfall kommen, werden im Spital aufgenommen und versorgt. Das seien nicht nur Privatpatienten, sondern auch Grundversicherte, sagt der Chefarzt. Patienten, die einen Hausarzt hätten, würden nach den Abklärungen wieder zu diesem geschickt. Im Notfall-Team arbeiten immer ein Facharzt, Assistenzärzte und Pflegende. «Wir bilden auch Assistenten für andere Spitäler aus», erklärt Rupp. In der Notfallabteilung brauche es Ärzte, die sich in vielen Bereichen gut auskennen. «Nicht jeder muss alles können, aber gemeinsam können wir viel», so laute das Motto in der kleinen Notfall-Abteilung. Sie ist auch für sportliche Probleme zuständig: «Wir sind medizinischer Partner des BSC Young Boys und des SC Bern», sagt der Chefarzt.

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