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Deutsche Schläger beteiligt an Attacke auf Sion-Fans?

Mehrere der Schläger vom Sonntag im Bahnhof Bern sprachen laut Zeugen Hochdeutsch. Die Polizei bestätigt einen Besuch von Fussballfans aus Darmstadt. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Bei der Welle am Bahnhof Bern haben am Sonntag 30 vermummte Fussball-Hooligans anreisende Sion-Fans angegriffen. Sieben Walliser wurden verletzt. (Symbolbild)
Bei der Welle am Bahnhof Bern haben am Sonntag 30 vermummte Fussball-Hooligans anreisende Sion-Fans angegriffen. Sieben Walliser wurden verletzt. (Symbolbild)
Keystone

Am Sonntag haben bei der Welle im Bahnhof Bern rund 30 vermummte Schläger zahlreiche Fussballfans angegriffen, nachdem diese den Zug aus dem Wallis verlassen hatten. Sieben Fans des FC Sion wurden verletzt, einer davon musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.

Nun werden weitere Details zum Überfall bekannt. Wie ein Augenzeuge dieser Zeitung schildert, sprach ein Teil der Angreifer Hochdeutsch. Dies sei gut verständlich gewesen, weil während des Angriffs herumgebrüllt worden sei, so der Passant.

Laut Szenekennern pflegen Berner Ultra-Gruppierungen tatsächlich Kontakte ins deutschsprachige Ausland, namentlich nach Darmstadt, Wuppertal und Linz. Hatten die Berner Angreifer Besuch von Freunden aus dem Ausland? Wie die Kapo auf Anfrage bestätigt, waren am Sonntag Fans aus Deutschland nach Bern gereist. Konkret handelte es sich um einen Reisecar aus Darmstadt.

Ob zwischen dem Car und den am Überfall beteiligten Hochdeutsch sprechenden Schlägern ein Zusammenhang besteht, ist allerdings unklar. Die Täter vom Bahnhof sind der Kapo noch unbekannt, wie sie mitteilt. Die Ermittlungen zu den Ereignissen und der Täterschaft seien im Gang, so Polizeisprecher Christoph Gnägi. Bislang seien keine Personen angehalten worden. Weitere Angaben könne die Kapo aktuell keine machen.

Schwerverletzter Sion-Fan?

Noch am Sonntag machte in Bern das Gerücht die Runde, einer der angegriffenen Walliser habe einen Schädelbruch erlitten und läge im Koma. Am Montag nun kam diesbezüglich das Dementi der Kapo. Gemäss ihren Informationen habe der Mann Verletzungen im Gesicht erlitten. Er habe das Spital jedoch im Verlaufe des Sonntagabends wieder verlassen können.

Bei den Verletzten handelt es sich um fünf minderjährige Jugendliche, also Personen zwischen 15 und 18, sowie um zwei volljährige Personen. Kinder wurden keine verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Unbekannt wegen versuchter schwerer Körperverletzung sowie wegen Angriffs eröffnet.

Fans mit regulärem Zug angereist

Die Gästefans aus dem Wallis sind nicht mit einem Extrazug, sondern mit dem regulären Schnellzug von Brig/Visp her angereist. Die Zusammensetzung der Passagiere des Zuges sei durchmischt gewesen, so die Kapo. Wenn Gästefans nicht gebündelt, sondern wie hier individuell anreisen würden - also zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Verkehrsmitteln - könne die Polizei solche gezielte Angriffe nicht gänzlich verhindern, so die Kapo.

Über einen Extrazug, wie er am Sonntag fehlte, entscheiden die jeweiligen Klubs. Dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen kommt oder die Konfrontation gesucht wird, sei indes keine neue Entwicklung, so die Kapo.

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