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Die Abstimmung über den Bach steht – endlich

Zweimal schon wurde die Abstimmung um den Lötschenbach in Ostermundigen verschoben. Nun konnte der Gemeinderat Unklarheiten aus dem Weg räumen – im März kommt das Projekt vors Volk.

Andreas Thomann (SP), Gemeinderat von Ostermundigen.
Andreas Thomann (SP), Gemeinderat von Ostermundigen.
zvg

Gemütlich, ja geradezu bedächtig schlängelt sich der Lötschenbach von Gümligen her in Richtung Ostermundigen. Alles andere als ruhig verliefen aber im letzten Jahr die Diskussionen rund um das Gewässer, das grösstenteils unter der Oberfläche durch Ostermundigen fliesst.

Die altersschwachen, über 50-jährigen Leitungen müssen saniert werden, sie würden einem allfälligen Hochwasser nicht mehr standhalten. Bei einer Erneuerung dieser Leitungen schreibt das Gewässerschutzgesetz aber vor, den Bach freizulegen und ihn in der ganzen Länge durch Ostermundigen oberirdisch laufen zu lassen. Das wurde mithilfe einer Machbarkeitsstudie abgeklärt.

Ein solches Projekt kostet viel — konkret 4,7 Millionen Franken. Das Parlament lehnte einen ersten Kredit ab, die geplante Abstimmung konnte nicht im Juni durchgeführt werden. Doch auch im November dieses Jahres stimmten die Ostermundiger nicht über die Offenlegung des Lötschenbachs ab – bei der Redaktion der Abstimmungsbotschaft waren Verzögerungen aufgetreten.

Keine Unklarheiten mehr

Nun kommt aber Bewegung in die Sache, der Gemeinderat hat einen neuen Abstimmungstermin festgelegt. «Das Ratsbüro des Parlaments hat die Abstimmungsbotschaft genehmigt. «Ich bin zuversichtlich, dass es am 4. März zur Abstimmung über den Kredit kommen wird», sagt Gemeinderat Andreas Thomann (SP). Gleichzeitig räumt er Unklarheiten aus dem Weg. Auf Muriger Seite wurden nämlich Stimmen laut, die den Lötschenbach nach Definition des Kantons gar nicht als Gewässer bezeichnen.

«Wegen der geringen Wassermenge», erklärte Sebastian Mävers, Leiter der Hochbauabteilung von Muri. «Im Bereich von Ostermundigen stimmt diese Aussage nicht», entgegnet Andreas Thomann. Gemäss dem zuständigen Wasserbauingenieur des Kantons Bern verfüge der Lötschenbach über ein natürliches Bachbett, sei somit als Bach definiert und werde es auch in Zukunft bleiben.

Auch was die Subventionen des Kantons betrifft, die bei der Offenlegung des Bachs an die Gemeinde gehen würden, klärt der Gemeinderat auf. «Bei solchen Projekten rechnet man im Allgemeinen mit 75 Prozent vom Kanton», sagt Thomann. Wie viel am Ende gezahlt wird, entscheidet der Kanton aber erst, wenn das Projekt vorliegt. «Die Planung und die Ausführung ist Sache der Gemeinde», heisst es bei der Bau-, Verkehrs- und Energie­direktion.

Gemeinde ist abgesichert

«Die Gefahr besteht, dass weniger Subventionen gesprochen werden», erklärt Thomann. Dies sei aber nicht etwa auf ein schlechtes Projekt zurückzuführen, sondern darauf, dass das Ganze politisch und dadurch auch zeitlich verzögert worden sei. «Wir haben die finanziellen Zusagen des Kantons mündlich bis zum Jahr 2019 zugesichert bekommen.» Diese kommen aber erst zum Zug, wenn Ostermundigen es schafft, den Wasserbauplan bis dahin genehmigen zu lassen. Sollte dies passieren, ist die Gemeinde aber abgesichert. «Die einzelnen Etappen werden erst umgesetzt, wenn der Kanton die Subventionen bewilligt.»

Bis dahin wird noch einiges an Wasser den Lötschenbach runterfliessen – vorderhand noch unterirdisch.

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