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Die Geschichte der Von-Graffenried-Gruppe soll weitergehen

Die Von-Graffenried-Gruppe berät ihre Kunden in finanziellen und rechtlichen Fragen. Das traditionsreiche Unternehmen arbeitet verstärkt daran, jüngere Kunden zu gewinnen.

Stephan Herren, Präsident der Von-Graffenried-Gruppe, im Holländerturm. Links Marcel Eggimann, Chef der Privatbank.
Stephan Herren, Präsident der Von-Graffenried-Gruppe, im Holländerturm. Links Marcel Eggimann, Chef der Privatbank.
Raphael Moser

Wer in Bern eine Wohnung sucht, stösst früher oder später auf ein Angebot der Von-Graffenried-Gruppe. Kein Wunder, denn diese verwaltet im Auftrag von Kunden rund 25'000 Objekte, wovon rund 20'000 Wohnungen sind. Stephan Herren, Verwaltungsratspräsident der Gruppe, lud zu einem Mediengespräch und gab dabei Einblick in die Tätigkeitsfelder der Gruppe. Das Unternehmen gehört der Familie von Christine von Graffenried, der Witwe des im Jahr 2012 86-jährig verstorbenen Patrons Charles von Graffenried, der während vieler Jahre auch Verleger der «Berner Zeitung» war.

Keine Immobilien im Besitz

Per Anfang dieses Jahres beschäftigt die Gruppe über 200 Mitarbeiter, wie Herren bekannt gab. Zum Vergleich: 1984 zählte das Unternehmen 60 Mitarbeiter. Die Gruppe ist in die vier Bereiche Immobilien, Treuhand, Recht und Bank aufgeteilt. Der bekannteste Bereich ist auch der grösste: 80 Angestellte sind im Immobiliengeschäft tätig. Darunter sind auch 20 Architekten. Die Verwaltung von Immobilien für andere Besitzer ist das Hauptgeschäft in diesem Bereich. «Unsere Gruppe besitzt keine eigenen Immobilien, wir verwalten Liegenschaften für unsere Kunden», sagt Herren. Ein Prinzip, an das sich bereits Charles von Graffenried strikt gehalten hat. Die einzige Ausnahme ist der Holländerturm am Waisenhausplatz, wo das Mediengespräch stattfand.

Bank hat 1000 Kunden

Ein weiterer Pfeiler der Gruppe ist die Privatbank. Bankchef Marcel Eggimann gab einen Einblick in die Geschäftszahlen. Die Gruppe veröffentlicht dagegen keine Zahlen. Die Bank zählt rund 1000 Kunden, und die 36 Mitarbeiter betreuen Vermögen von 2,5 Milliarden Franken. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 2,7 Millionen Franken.

Die Bank hat ihr Angebot auf die Beratung in der Vermögensverwaltung spezialisiert und vergibt keine Hypotheken. Die meisten Kunden der Bank verfügen über ein Vermögen von 500'000 Franken bis fünf Millionen. «Doch die Bank ist offen für alle. Wir sind keine Bank nur für Millionäre», betont Herren. Die Verjüngung der Kundenstruktur ist bei der Bank ein grosses Thema. So arbeiten die jüngeren Berater der Bank daran, mit Gleichaltrigen Netzwerkgruppen aufzubauen. Wie andere Banken hat auch die Von-Graffenried-Bank mit den Negativzinsen zu kämpfen: «Wenn andere Banken damit beginnen, den Kunden Negativzinsen zu verrechnen, dann nimmt der Druck auf uns zu, dies auch zu tun», hält Eggimann fest. Doch die Bank sei bereit, derzeit die Negativzinsen für ihre Kunden zu tragen.

Kein Verkauf geplant

Im Bereich Treuhand beschäftigt die Gruppe 45 Mitarbeiter und die Abteilung Recht 25 Angestellte. Die hauseigenen Juristen erhalten einen Teil der Aufträge aus den Geschäftsvorfällen, die sich in den anderen Geschäftsbereichen ergeben.

An der Struktur mit den vier Sparten will Stephan Herren auch in Zukunft festhalten: «Damit können wir die Risiken diversifizieren. Läuft es in einem Bereich schlechter, kann dies meist ein anderer kompensieren, in dem es besser läuft.» Auch ein Verkauf der Privatbank, für die immer wieder mal Angebote eintreffen, ist für den Verwaltungsratspräsidenten kein Thema. Die Geschichte soll also weitergehen.

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