Die Gurtenkatze

Wabern

Auf dem Berner Hausberg haust seit vier Jahren eine Katze. Der Haustechniker Oliver Pécoud hat sie aufgepäppelt, doch als sie immer dicker wurde, wusste er: Irgendwas ist faul.

  • loading indicator

Vor vier Jahren fand Oliver Pécoud ein abgemagertes Kätzchen in einem Container in einem Depotraum gleich neben dem Gurten-Park-Gebäude. «Ich und mein Kollege Mike haben es aufgepäppelt. Ohne uns hätte sie damals wohl den Winter nicht überlebt», sagt der Leiter der Haustechnik, der in Kehrsatz wohnt und selber drei Katzen hat. Die ersten Monate habe sich die zugelaufene Katze primär bei ihnen im Büro aufgehalten und so bekam sie auch einen Namen: Tiger.

Die beiden Techniker haben aus Wolldecken ein Bett gebaut, sogar eine Heizung installiert und die Türe immer einen Spaltbreit offen gelassen. Dies blieb auch bei Hans Traffelet, der Hüttenwart des Gurten-Parks im Grünen, nicht unbemerkt. «Ich habe regelmässig die Türe geschlossen und eines Tages das im Team thematisiert, warum diese Türe immer offen ist», sagt der 54-Jährige. Die beiden Techniker gaben kleinlaut zu, dass sie ein Haustier hätten.

Wie aus Tiger Motzgi wurde

Je kräftiger Tiger geworden sei, desto weiter sei er gelaufen. So merkte die Katze schnell, dass es auch im Personalrestaurant etwas zu fressen gab. Das Restaurant-Team taufte sie dann in Motzgi um. «Sie hat immer so laut gemotzt und so gaben wir ihr Futter», sagt Mimi Chieng, Lernende im ersten Lehrjahr. Nichts hätten sie davon gewusst, dass auch die Haustechnik sie füttert. Seit die Katzenliebhaber voneinander wissen, gibt Pécoud ihr kein Futter mehr und sein Tiger habe abgenommen.

Eines Tages hatte Motzgi aka Tiger einen Unfall vorne bei der Gurtenbahnstation. Das Team dort zögerte nicht lange und brachte sie zum Tierarzt. Seither kümmern sich nun die Gurtenbähnler um sie und haben ihr sogar ein Haus gebaut. Auch sie hatten keine Kenntnis, dass die Katze von anderen gefüttert wird. Und hier erhielt das Büsi den dritten Namen: Lisi.

Ihr kleines Haus befindet sich in der Nähe des Haupteingangs des Gurtenfestivals und somit auch bei der Hauptbühne. «Während des Festival ist sie meist auch da, also stört sie die Musik wohl nicht», meint einer der Mitarbeiter.

cla

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt