Die Insel wird zum Landspital

Die Insel-Gruppe hatte am Mittwoch gleich zwei Gründe zum Feiern: Das Theodor-Kocher-Haus ist ­fertiggestellt, und eine neue Parkanlage soll den verdichteten Betonkomplex aufwerten.

<b>«Grüne Lunge» auf dem Spitalareal:</b> Der neue Inselpark mit zweien der insgesamt drei Jurten.

«Grüne Lunge» auf dem Spitalareal: Der neue Inselpark mit zweien der insgesamt drei Jurten.

(Bild: Christian Pfander)

Michael Bucher@MichuBucher

Saftige Blumenwiesen, Obstbäume, ein vorbeirauschendes Bächlein, blökende Schafherden:Am gestrigen Medientermin auf dem Insel-Areal wähnte man sich zeitweilig in einem Landspital.

Die Insel-Gruppe lud ein zur Einweihung des Theodor-Kocher-Hauses und des neuen Inselparks. Letzteren nahmen die Verantwortlichen zum Anlass, um gleich eine ganzheitliche Begehung sämtlicher parkähnlichen Grünflächen auf dem verwinkelten Areal durchzuführen.

Stadt plant Treppenzugang

Mit dem neuen Inselpark hinter der Frauenklinik soll das Insel-Areal eine «grüne Lunge» ­erhalten, wie es Bernhard Leu, ­Direktor Infrastruktur Insel-Gruppe, bei der feierlichen Eröffnung nannte.

«In Zeiten der Verdichtung sind Freiräume und Grünflächen umso wichtiger», hielt der ebenfalls anwesende Stadtplaner Mark Werren fest. Dass am Ort, wo zuvor Parkplätze standen, eine Grünfläche entstehen soll, wurde in einem Masterplan vermerkt. ­Dieser bündelt die vielen Um- und Neubauten auf dem Insel-Areal bis 2025 in einem einzigen Grossprojekt.

«In Zeiten der ­Verdichtung sind Freiräume und Grünflächen umso wichtiger.»Mark Werren, Stadtplaner

Das lauschige Plätzchen solle nicht nur Patienten und Mitarbeitenden als Rückzugsort dienen, sondern auch der Quartierbevölkerung, sagt Bernhard Leu. Damit die Grünflächen auch vom Süden her besser erreichbar sind, plant die Stadt einen Treppenzugang via Loryplatz. Nächstes Jahr soll dafür ein Kredit gesprochen werden.

Auf der grünen Wiese befinden sich neu die drei Jurten, welche zuvor vor dem Notfallzentrum standen – also dort, wo derzeit das neue Bettenhochhaus gebaut wird. Die Kunstinstallation mit Nomadenzelten war vor elf Jahren das teuerste «Kunst am Bau»-Projekt des Kantons.

Für den neuen Park wurde ausserdem der am Engländer­hügel vorbeifliessende Stadtbach freigelegt und mittels Sitztreppe zugänglich gemacht. Den Gipfel ländlichen Charmes bilden aber Schafe. Diese waren zwar am Medientermin noch nicht anwesend. Doch künftig werden jene Schafe, welche heute auf der Wiese des Bremgartenfriedhofs grasen, ihr Nahrungsgebiet auf den Inselpark ausweiten.

Frauenklinik kann umziehen

Neben dem Park konnte die Insel-Gruppe am Mittwoch auch das neue Theodor-Kocher-Haus eröffnen. Das 23 Meter hohe und 164 Millionen Franken teure Gebäude ist der erste Neubau im Rahmen des Masterplans.

Am 16. Juni wird dort vorübergehend die Frauenklinik einziehen, da an ­deren jetzigem Standort an der Effingerstrasse dringende Sanierungsarbeiten anstehen. Später ziehen die Tumordisziplinen, die heute übers ganze Areal verteilt sind, in den Neubau, der nach dem Berner Chirurgen und Nobelpreisträger Theodor Kocher benannt ist.

Berner Zeitung

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