Die Krone und andere Denkmäler

Aarberg

Ein neuer Band aus der Reihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» widmet sich dem ehemaligen Amtsbezirk Aarberg.

Im Fokus des Interesses: Die Krone Aarberg. Foto: Raphael Moser

Im Fokus des Interesses: Die Krone Aarberg. Foto: Raphael Moser

Stephan Künzi

Die Krone Aarberg ist ein markanter Bau. Und ein geschichtsträchtiger dazu: Bis ins Jahr 1233 reichen die Wurzeln des heutigen Hotel-Restaurants zurück, das in den Anfängen ein Aussenposten des Klosters Frienisberg war. Hier boten die Mönche ihre Produkte feil, führten wohl auch schon eine Taverne. Der Standort war nicht zufällig gewählt. Das Stedtli war ein Markplatz mit regem Betrieb.

An den heutigen Ort mitten in der kleinen Altstadt kam die Krone nach den beiden grossen Bränden im 15. Jahrhundert. Die Geschäfte liefen so gut, dass die Besitzer den Betrieb mehrfach erweitern sowie grundlegend neu und umgestalten konnten.

Das zeigt sich unter anderem an den breiten, oben leicht abgerundeten Fenstern im Parterre der rechten Haushälfte. Sie stammen aus den Zeiten, in denen hier die Stallungen für den Pferdewechsel untergebracht waren.

All das erzählte am Mittwoch Matthias Walter, wissenschaftlicher Mitarbeiter der kantonalen Denkmalpflege. Als Co-Autor präsentierte er den Medien das neuste Buch aus der Reihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz».

Er tat dies in der Krone als einem der so zahlreichen Gebäude, die in diesem Band über das ehemalige Amt Aarberg ausführlich vorgestellt werden – ausgerechnet, denn zurzeit weiss niemand, was die Zukunft dem traditionsreichen Haus bringen wird.

Teil einer Bücherreihe

Davon war am gestrigen Ortstermin indes nur am Rande die Rede. Die Medien waren ja auch wegen des neuen Buchs eingeladen worden, und Denkmalpfleger Michael Gerber stellte dieses in einen grösseren Rahmen.

Er erinnerte daran, dass die Reihe im Kanton Bern schon in den 1950er-Jahren mit einem ersten Band über die Stadt Bern lanciert worden war und später um vier weitere Bände über die Stadt Bern sowie um drei Bände über Burgdorf sowie die Amtsbezirke Erlach und Nidau ergänzt wurde.

Gleichzeitig mit dem Aarberger Band bringt die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) als Herausgeberin dieses Jahr noch den Band über das Amt Wangen heraus. Ein weiterer Band über das Amt Fraubrunnen ist in Arbeit. 

Anders als in den Anfängen zeichnen nicht mehr Einzelautoren, sondern Autorenteams für den Inhalt verantwortlich. Sie sind bei der kantonalen Denkmalpflege angestellt und nehmen dort noch weitere Aufgaben insbesondere in der Forschung wahr.

Das biete grosse Vorteile, sagte Gerber mit Blick darauf, dass die Denkmalpflege auch ganz praktisch tätig ist. Sie begleitet die Eigentümer bei Sanierungen und Umbauten denkmalgeschützter Bauten – dank dieser Nähe, so Gerber weiter, sei der stetige Austausch zwischen Theorie und Praxis stets gewährleistet.

Innenansicht einer Kirche

Ferdinand Pajor wies derweil im Namen der GSK darauf hin, dass der Aarberger Band wie alle neueren Bücher aus der Reihe auch in elektronsicher Form erhältlich ist. Das E-Book kann den Inhalt auch mal in einer etwas anderen Art präsentieren, wie Pajor anhand einer 360-Grad-Ansicht der Kirche Rapperswil von innen zeigte.

Und lässt zudem Aktualisierungen zu, wenn sich mit dem Fortgang der Forschung die Inhalte ändern. Wie genau man von dieser Möglichkeit Gebrauch mache, werde sich allerdings noch weisen, so Pajor.

Berner Zeitung

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