Die moderne Landfrau

Worb

Im neuen Kochbuch von Swiss Tavolata präsentieren 18 Landfrauen authentische Menüs mit Produkten von ihren Höfen. Unter ihnen ist auch die 32-jährige Regina Moser aus Worb.

Regina Moser in ihrem Kräutergarten, wo sie aus Salbei, Zitronenmelisse und acht verschiedenen Minzesorten auswählen kann.

Regina Moser in ihrem Kräutergarten, wo sie aus Salbei, Zitronenmelisse und acht verschiedenen Minzesorten auswählen kann.

(Bild: Nicole Philipp)

Annic Berset

Der Kräutergarten von Regina Moser kann sich sehen lassen. Der Salbei spriesst neben der Zitronenmelisse, und acht verschiedene Sorten Minze hat die junge Agronomin angepflanzt – neben der klassischen Pfefferminze wachsen etwa Büschel von ­Schokoladen- und Erdbeerminze. ­«Jede Sorte schmeckt ein­zigartig und gibt den verschie­denen Menüs einen speziellen ­Geschmack.»

Die 32-Jährige hat ihre Leidenschaft fürs Kochen von zu Hause mitbekommen. Die Mutter ist Hauswirtschaftslehrerin, eine Schwester hat die Ausbildung zur Köchin absolviert. «Essen und kochen waren bei uns immer grosse Themen», erzählt Regina Moser.

Ein volles Programm

Auch wenn sie auf dem gemeinsamen Hof von ihr und ihrem Mann eigentlich schon mehr als genug Arbeit hat: alle verpflegen, die auf dem Betrieb mitarbeiten; die zwei kleinen Söhne betreuen; das Gemüsefeld planen und koordinieren und die gesamte Administration und die Finanzen des Bauernhofs verwalten.

Trotzdem wollte die engagierte Bäuerin nicht auf ihre Leidenschaft für das Kochen verzichten. Deshalb hat sie sich vor zwei Jahren auch bei Swiss Tavolata beworben. Auf dieser Plattform können Gäste ein Abendessen bei einer Landfrau buchen, wo sie einheimische Produkte von deren Hof als Menü serviert bekommen und verköstigen können.

«Wir leben an einem so schönen Fleckchen, das wollte ich gerne mit anderen Leuten teilen.» Und auch die verschiedenen Kulturen, die sie als Gastgeberin nun kennen lernen darf, findet Regina Moser spannend. «Bevor es aber vor einem Jahr so weit war, dass ich Gäste bewirten durfte, gab es ein richtiges Probekochen», erinnert sich die Agronomin.

Ein neues Buch

Seit einem Monat können die Menüs von Mosers Hof nicht nur vor Ort, sondern in der eigenen Küche ausprobiert werden. Die 32-Jährige ist mit einer Menüfolge im neuen Kochbuch von Swiss Tavolata präsent – zusammen mit 17 anderen Landfrauen aus der ganzen Schweiz.

«Als ich angefragt wurde, musste ich mir schon überlegen, ob ich mitmachen will», erklärt die zweifache Mutter. Sie sei sich bewusst, dass sie auf diese Weise als Botschafterin der Landwirtschaft auftrete. «Das, was ich ­mache, soll einfach und vor allem authentisch sein, dann kann ich zu hundert Prozent dahinterstehen.» Und Spass habe sie sowieso, wenn sie ein Menü aus ihren eigenen Zutaten kreieren könne.

«Ich schaue auf unser Land und sehe Salat, frische Pilze, unsere Hühner, Kartoffeln und Gemüse und Früchte aller Art – da kann man doch so viele wunderbare Dinge daraus machen.»

Ein reizvolles Ziel

Weil Regina Moser gerne an ­neuen Rezepturen herumtüftelt, pflanzen sie und ihr Mann neben einer soliden und konventionellen Basis an Lebensmitteln, wie sie es nennt, auch immer wieder speziellere Produkte an. «Seit drei Jahren versuchen wir uns an grünen Linsen oder pflanzen beispielsweise Speisemohn auf dem Hof an.»

Auch wenn nicht alle Ideen auf Anhieb funktioniert haben, lautet das Motto der ­jungen Familie: «Ziele verfolgen, überzeugt sein von den eigenen Ideen und hartnäckig bleiben».

Und das geht auf: Bei den Gemüseabos, die Mosers an Privathaushalte liefern, sind sie ausgebucht, und auch die Gäste, die zu Regina Moser kommen, um sich ein Bauernhofessen kredenzen zu lassen, erscheinen zahlreich. «Da muss ich manchmal gar schauen, dass alles nicht zu viel wird», sagt sie und schmunzelt.

Die Ideen indes gehen der ­modernen Landfrau nie aus. «Irgendwann würde ich sehr gerne ein eigenes Kochbuch kreieren», sinniert Moser. In vielen Büchern habe es einfach zu viele «Chichi-Zutaten», die niemand zu Hause hat. «Dabei muss das überhaupt nicht sein.»

Das Rezept: Joghurtköpfli mit Brombeersauce

Regina Mosers Dessert aus dem Landfrauenkochbuch. Foto: PD

Zutaten:

  • 300 g Naturejoghurt
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 3 Blatt Gelatine, circa 5 Minuten in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft
  • 0,5 dl kochendes Wasser
  • 1,5 dl Rahm, halb steif ­geschlagen
  • 200 g Brombeeren
  • 1 TL Zitronensaft
  • 2 TL Puderzucker
  • 1 EL Wasser Zubereitung
  • 1. Joghurt, Zucker und Vanillezucker mischen. Abgetropfte Gelatine im heissen Wasser auflösen, zum Joghurt geben, gut ver­rühren.
  • 2. Schlagrahm unter die Joghurtmasse ziehen, in Formen verteilen. Etwa drei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
  • 3. Brombeeren bis und mit Wasser in einen Mixbecher geben, mit dem Stabmixer fein pürieren, nach Belieben durch ein Sieb streichen.
  • 4. Anrichten: Joghurtköpfli auf Teller stürzen, mit Brombeersauce servieren.

Tipps: Passt auch mit Himbeeren oder Erdbeeren. Portionenförmchen zum Stürzen vorher kurz in heisses Wasser tauchen, Rand mit Messer leicht lösen.

Aus dem Kochbuch «Zu Tisch bei den Landfrauen».

Infos unter: www.swisstavolata.ch

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